Die digitale Welt wächst zusammen

WKÖ reagiert prompt: Neuer Fachverband für Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen konstituiert

Wien(PWK) "Liberale Gesetze und eine verstärkte Konzentration der politischen und administrativen Zuständigkeiten für das kommende Jahrzehnt der Konvergenz" forderte die Vorsteherin des neuen Fachverbandes für Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen und Geschäftsführerin der Fa. Telekabel, Alfreda Bergmann-Fiala, nach ihrer Wahl. Zu ihren Stellvertretern wurden Dr. Alfred Grinschgl, Geschäftsführer des Privatradios Antenne Steiermark, und Mag. Erich Cibulka, Prokurist des Mobilfunkbetreibers max.mobil, bestellt.

Die Wirtschaftskammer Österreich trägt - im Gegensatz zur heimischen Bürokratie und Politik - der Entwicklung der Informationsgesellschaft zur Konvergenz Rechnung, indem sie Telekommunikations-Unternehmen aus dem Festnetz- und Mobilfunksektor, Kabelbetreiber und Privatradios in einen einzigen Verband zusammenfasst.

Bergmann-Fiala formulierte in der konstituierenden Sitzung am Mittwoch die gemeinsamen Anliegen dieser drei Berufsgruppen folgendermaßen:

Neue Formen für die Aus- und Weiterbildung bei den IT-Berufen sind dringend notwendig, um so rasch wie möglich den geschätzten Fehlbedarf von 13.000 Fachkräften - davon laut WIFO 9.000 allein in Wien - abdecken zu können.

Rasche Entscheidungen über die TV-Digitalisierung sind entscheidend, um den Rückstand im europäischen Vergleich nicht weiter anwachsen zu lassen.

Eine zügige Umsetzung der Regierungsinitiative "e-Austria" muss unter Einbeziehung der Privatwirtschaft zur Realität werden, wobei insbesondere die elektronischen Dienstleistungen von Behörden für die Bürger eine Schrittmacherrolle spielen werden.

Ein neues, transparentes, demokratisches und faires Verwertungsgesellschaftengesetz, das für Nutzer und Verwerter multimedialer Inhalte Rechtssicherheit, Angemessenheit und Entbürokratisierung bringt und sie damit zu Partnern statt zu Bittstellern macht, ist nach jahrelanger Urgenz in die Tat umzusetzen.

Eine politisch unabhängige Konvergenzanstalt mit klaren Zuständigkeiten anstatt des bisherigen Kompetenz-Dschungels zwischen drei Ministerien, Bundeskanzleramt und Kultur-Staatssekretariat ist ein begrüßenswerter kommunikationspolitischer Motor.

Auch in den einzelnen Berufsgruppen stellen sich spezifische Probleme, die im Sinne der Konvergenz gelöst werden müssen:

Die Zuständigkeit der Paritätischen Kommission für Kabel-TV-Gebühren ist gerade bei Unternehmen, die in einem so harten Konkurrenzfeld agieren, überholt und unnotwendig.

Die bald wieder erforderliche Neufassung des Privatradio-Gesetzes muss aufgrund der Erfahrungen der ersten Jahre und der neuen technischen Entwicklungen gemeinsam mit den Betreibern aus dieser Branche formuliert werden.

Die UMTS-Frequenzvergabe wird langfristig nachhaltige Auswirkungen auf die IT-Landschaft haben. Eine Preislizitation, bei der bestehende, vernünftig kalkulierende Telefonieanbieter nicht mehr mitbieten können, ist nicht wünschenswert. Sie nützt zwar kurzfristig vielleicht dem Budget, zerschlägt aber eine neue Hoffnungsbranche noch in deren Startphase und gefährdet die bereits auf Hochtouren Arbeitskräfte produzierende Jobmaschine.

Die dynamische Entwicklung des heimischen IT-Marktes ist an den rund 30.000 Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von 120 Mrd Schilling. (Stand 1999) ablesbar. Damit ist die Informationswirtschaft auch in Österreich Wachstumsbranche Nr. 1 und stellt eine Erfolgsstory der privaten Marktwirtschaft zum Vorteil des Konsumenten dar, erklärte Bergmann-Fiala.

"Wir brauchen und wollen keine staatliche Finanzhilfe. Aber wir fordern vehement die Beseitigung bürokratischer Hemmnisse, überholter Relikte wie der Paritätischen Kommission und veralteter Gesetze wie dem Verwertungsgesellschaftengesetz, um mit dem rasanten Tempo der technischen Entwicklung im europäischen Wettbewerb mithalten und auf das flexible Konsumentenverhalten reagieren zu können. Konvergenz braucht Freiraum, Flexibilität, ressortübergreifende Zuständigkeit, schlanke Bürokratien und vor allem Tempo bei der Umsetzung dieser Voraussetzungen", sagte die neugewählte Fachverbandsvorsteherin abschließend. (hp)

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