"Kleine Zeitung" Kommentar "Abstellgeleise" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 15.06.2000

Graz (OTS) - Bevor es noch zur Kraftprobe mit der Eisenbahnergewerkschaft gekommen ist, scheint die Regierung den Zug bereits auf ein Abstellgeleise zu lenken. Der Infrastrukturminster machte die Tür so weit auf, dass er sie nicht mehr zubringen kann.

Was die Gewerkschaft will, ist klar: Sie ist bereit, die Erhöhung des Pensionsalters um 18 Monate zu akzeptieren, wenn dafür die vor drei Jahren erfolgte Erhöhung des Pensionsbeitrages um vier Prozent und auch die für Herbst angekündigte Anhebung um 0,8 Prozent zurückgenommen wird.

Ein gutes Geschäft: Die Eisenbahner gehen mit 54,5 Jahren in Pension, weiterhin sieben Jahre früher als ein ASVG-Rentner, und erhalten überdies 82 Prozent des Endbezugs, also auch im Ruhestand fast so viel wie im Dienst.

Offiziell spricht man von einem Verhandlungsangebot, aber allein der Umstand, dass Michael Schmid darauf einging, wird von den Postlern, Bauarbeitern, Metallern, Lehrern und Angestellten als Einladung gewertet werden, den Eisenbahnern nachzueifern.

Sollte dies ein Beispiel für das von Wolfgang Schüssel propagierte "Neue Regieren" sein, kann man nur antworten: Das hat Viktor Klima auch zusammengebracht. ****

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