Ernteprognose 2000: Voraussichtlich gute Steinobsternte

Wien (OTS) - Trotz der extremen Trockenheit der letzten Wochen,
vor allem im Osten des Landes, fallen die ersten Ernteprognosen der Statistik Österreich (Stand Mai 2000) fast durchwegs überdurchschnittlich aus. Die milde Witterung bereits zu Frühlingsbeginn verhinderte weitgehend Spätfrostschäden.

So wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit rund 57.000 Tonnen Zwetschken (+27%) gerechnet. Leichte Produktionssteigerungen werden auch bei Kirschen mit rund 27.000 Tonnen (+7%) und Weichseln mit etwa 5.000 Tonnen (+7%) erwartet. Bei Marillen können die Rekorderträge des Vorjahres heuer voraussichtlich nicht erreicht werden: Mit rund 12.000 Tonnen liegt die geschätzte Produktion um 46% unter dem Wert von 1999. Auch bei Pfirsichen zeichnet sich ein Minus von rund 13% ab, die mögliche Ernte wird auf etwa 8.000 Tonnen geschätzt. Bei Ananas-Erdbeeren könnte aus heutiger Sicht mit etwa 17.000 Tonnen (-6%) eine gute Ernte eingebracht werden, die Produktionsmenge wird jedoch unter der des Vorjahres liegen. Während die Trockenheit im Burgenland voraussichtlich Ernteausfälle von bis zu 70% zur Folge haben wird, dürften die Erträge in den Hauptanbaugebieten Nieder- und Oberösterreichs im Bereich des letzten Jahres liegen. Mit geringeren Fruchtgrößen muss aber in ganz Österreich gerechnet werden.

Anhand erster Beurteilungen von Blütenstand und Fruchtansatz bei Kernobst ergibt sich ein leichtes West-Ostgefälle. In den Bundesländern Burgenland, Wien und Niederösterreich wird die Entwicklung insgesamt etwas schlechter als im Vorjahr eingeschätzt, hingegen in den Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Salzburg deutlich besser.

Die trockene Witterung in Ostösterreich, die regional auch von starken Winden begleitet wurde, führte zu verstärktem Blüten- und Fruchtfall. Auch die extrem verkürzte Blütezeit wirkte sich ungünstig auf den Fruchtansatz aus. Lokal wird von vermindertem Bienenflug aufgrund von Ausfällen durch die gefürchtete Varroa-Milbe berichtet.

In der Steiermark und in Oberösterreich machten sich bereits die ersten Hagelunwetter bemerkbar, wodurch noch mit Ernteausfällen gerechnet werden muss. In Westösterreich droht heuer wieder durch das Auftreten der bakteriellen Erkrankung Feuerbrand (Erwinia amylovora) Gefahr für die Kernobstbestände.

Für die Entwicklung von Schädlingen und Krankheiten wirkte sich das trockene Wetter ansonsten eher ungünstig aus. Mit Beeinträchtigungen dürfte vorerst nur durch die Kräuselkrankheit bei den Pfirsichkulturen Ostösterreichs zu rechnen sein.

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