Brauner: Speziell geschulte PolizistInnen als AnsprechpartnerInnen bei häuslicher Gewalt

Wiener SPÖ-Frauen fordern "famcops"-Modell für Wien

Wien (SPW) "Eine eigene Einheit der Wiener Polizei, die sich mit familiärer Gewalt befasst, wäre das 'missing link', das die Kooperation und Vernetzung von Polizei, Fraueneinrichtungen und Spitälern weiter verbessern würde", erklärte die Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen, Stadträtin Renate Brauner, am Mittwoch. In einem Pressegespräch wurde das New Yorker "Domestic Violence Unit"-Modell vorgestellt: Speziell geschulte PolizistInnen fungieren als AnsprechpartnerInnen und Schnittpunkt zwischen den einzelnen Einrichtungen in Sachen häuslicher Gewalt. In Anlehnung an dieses Modell fordern die Wiener SPÖ-Frauen im Rahmen ihrer Initiative "Stopp! Keine Gewalt" die Einsetzung von "famcops". Für den Generalinspektor der Sicherheitswache Wien, Franz Schnabl, ist der Bereich familiärer Gewalt ein "wesentlicher Aspekt der Arbeit der Polizei". Er kann sich daher eine Ausweitung des bereits bestehenden KontaktbeamtInnenprojekts auf diesen Themenbereich durchaus vorstellen. Lucia Davis-Raiford, die Direktorin der Domestic Violence Unit, sowie Barbara Blackman-Betegon, Police Officer der New Yorker Polizei berichteten über diese Spezialeinheit und wiesen darauf hin, dass durch diese Maßnahme das Vertrauen der Frauen in die Polizei stark zugenommen habe. Frauen Mut zu machen, ihre Rechte durchzusetzen, sei auch eine der Intentionen der Kampagne der Wiener SPÖ-Frauen, unterstrich Brauner und betonte: "Die Täter haben sich zu schämen, nicht die Opfer. Für Gewaltopfer ist es wichtig zu sehen, dass die Polizei auf ihrer Seite steht. Das ist auch in Wien der Fall, doch durch speziell geschulte KontaktbeamtInnen könnte die Unterstützung der von familiärer Gewalt betroffenen oder bedrohten Frauen noch effizienter werden." ****

"Der Kampf gegen Gewalt in der Familie ist kein ausschließliches Polizeiproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem", unterstrich die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende. Durch das Gewaltschutzgesetz sowie das dichte Netz an Hilfseinrichtungen könne betroffenen Frauen und Kindern zwar rasch geholfen werden, durch eine Spezialeinheit innerhalb der Wiener Polizei würde das System aber um eine weitere Stufe verbessert. Die Aufgaben dieser Einheit sollten direkte Intervention, polizeiliche Nachbetreuung und Präventionsarbeit umfassen, umriss Brauner die Vorstellung der Wiener SPÖ-Frauen. "Eine eigene Einheit der Polizei würde eine wichtige Ergänzung zum bereits bestehenden und glücklicherweise gut funktionierenden Netz darstellen", so die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende.

Die Anpassung und Übernahme des New Yorker Modells für Wien, hält Schnabl durchaus für überlegenswert. Zusätzlich zur "vorbildlichen Schulung" der Wiener PolizistInnen seien daher noch Verbesserungen bei der Arbeit mit häuslicher Gewalt möglich. Ein wichtiger Schritt sei die Ausdehnung des KontaktbeamtInnenprojekts auf diesen Bereich, was mit einer speziellen Ausbildung der PolizistInnen verknüpft sei. Zusätzlich solle das Ausbildungsangebot für alle PolizistInnen intensiviert werden, ebenso sollen durch Auslandskontakte Erfahrungen und Informationen ausgetauscht werden. Ein wichtiger Aspekt sei, so Schnabl, die Erfahrungen aus den Kontaktaufnahmen im Rahmen der Nachbetreuung der Opfer für neue Problemlösungsansätze zu nützen.

Lucia Davis-Raiford verwies im Pressegespräch darauf, wie wichtig es sei, klar zu machen, dass Gewalt in der Familie genau so ein Verbrechen ist, wie jedes andere und Gewalttaten keineswegs bagatellisiert werden dürfen. Der Schutz vor familiärer Gewalt sei im übrigen nicht allein eine Frage der Gesetzeslage sondern vor allem der Umsetzung von Gesetzen. Die Arbeit dieser speziell geschulten BeamtInnen reiche von der Begleitung der Opfer bei Gericht über die Vermittlung von Dolmetschern bis hin zur Ausarbeitung von Sicherheitsplänen für die Frauen, berichtete Barbara Blackmann-Betegon. Die Erfahrungen der "Domestic Violence Units" hätten bewiesen, dass die umfassende Betreuung der Opfer das Vertrauen der Frauen in die Polizei gestärkt und ihnen Mut gemacht haben, gewalttätige Partner anzuzeigen. (Schluss) gd

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