MKV ehrt Alois Mock

Resolutionen zu Europa, Kirche und Bildungspolitik

Wien (OTS) Von 9. bis 11. Juni 2000 fand in Wien der 58. Pennälertag, die jährliche Vollversammlung des aus 160 Verbindungen bestehenden Mittelschüler-Kartell-Verbandes der katholischen farbentragenden Studentenkorporationen Österreichs (MKV), statt. An den Feierlichkeiten nahmen mehr als 1.500 Mitglieder aus ganz Österreich teil.

Zum Auftakt präsentierten am Freitag Stefan D. ZOTTI, der Obmann der MKV-Aktivenschaft, und HR Helmuth BERGER, der Vorsitzende des MKV-Absolventenbundes, im Rahmen einer Pressekonferenz im Beisein von Abg. z. NR Mag. Walter TANCSITS und dem Statistiker Dr. Johannes STARY (Universität Wien) eine vom MKV durchgeführte Studie zum Dialog zwischen den Generationen. Die MKV-Vertreter forderten Solidarität zwischen Jung und Alt ein und bekundeten den Willen zu einem gedeihlichen Miteinander, für welches gerade MKV-Verbindungen mit ihren aus allen Altersgruppen stammenden Mitgliedern beispielhaft seien. TANCSITS machte darauf aufmerksam, dass der Generationenvertrag auf einer ethischen, christlichen Grundlage stehen müsse. Er wies darauf hin, dass Alterssicherung eine gesellschaftliche Verpflichtung sei, welche aber nicht zur "Ausbeutung" der Jungen und Aktiven führen dürfe. Besonderen Stellenwert räumte er der Familie als wertvoller Mittler im Dialog zwischen den Generationen ein.

Am Freitag Abend lud Abg. z. NR Mag. Walter TANCSITS in Vertretung des in Japan weilenden Dritten Nationalratspräsidenten Dr. Werner FASSLABEND Vertreter des MKV zu einer Führung durch das Parlament und dankte dem MKV anschließend für seine aktive Unterstützung in der Bildungs- und Jugendpolitik.

Der Samstag stand im Zeichen der Kartellversammlung, die mehrere Resolutionen beschloss.

So unterstützt der MKV das Europaprogramm des 1975 unter Mitwirkung des MKV gegründeten Europäischen Kartellverbandes christlicher Studentenverbände (EKV). Darin sprechen sich MKV und EKV für ein vereintes Europa auf der Grundlage einer gemeinsamen Wertebasis (Achtung vor dem Individuum, soziale Verantwortung und Subsidiarität) aus. Zur Wirtschaftsunion soll eine "Werte-Union" hinzutreten, denn nur diese kann sozialen Frieden sichern. Als Instrumentarium wird eine vom europäischen Volk zu beschließende europäische Verfassung vorgeschlagen, die auf christlich-humanistischen Werten wie Freiheit, (direkte) Demokratie, Achtung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Schutz der Umwelt und des Lebens aufbauen soll. Weiters enthalten sind Bekenntnisse zur ökosozialen Marktwirtschaft, zum Leistungsprinzip und damit zusammenhängend zu einem differenzierten Bildungssystem.

Der MKV ermuntert die Bischöfe, zu Fragen, die Grundwerte und Menschenrechte betreffen, verstärkt Stellung zu nehmen; gerade auch als Stimme jener, die "keine Stimme haben". Betont werden auch die Rolle der Laienverbände und die Notwendigkeit, junge Menschen zur Mitarbeit zu gewinnen. Jede einzelne Verbindung des MKV soll - als "kleine Gemeinde" - Elemente gemeinschaftlicher Religiosität pflegen. Insbesondere werden die Schüler aufgerufen, am Werte und Wissen vermittelnden Religionsunterricht teilzunehmen.

Weiters beschlossen die rund 250 Delegierten eine Resolution zum Bildungsauftrag der Schulen. Neben Wissen müsse die Schule auch Orientierung geben, Werte vermitteln und Erziehungsaufgaben wahrnehmen, wozu die gesetzlichen Mittel jedoch weitgehend fehlten. Schüler, Eltern und Lehrer sollen gemeinsam ein Erziehungskonzept erstellen und dieses mit Hilfe des Schulgemeinschaftsausschusses und von Kriseninterventionslehrern überwachen. Gleichzeitig betont der MKV, dass die Schule die Erziehung durch die Eltern nie ersetzen, sondern nur unterstützen kann.

In der Gestaltung des Bildungswesens vertritt der MKV die Auffassung, dass nur die Vielfalt der Schultypen den Begabungen und dem individuellen Entwicklungsfortschritt jedes einzelnen Schülers gerecht werden kann. Die Gesamtschule hingegen birgt die Gefahr der Leistungsnivellierung und einer Verminderung der Ausbildungsqualität in sich.

Zuletzt standen Personalentscheidungen an. So wurde KR Helmut WAGNER erneut zum Vorsitzenden des MKV gewählt.

Parallel zur Kartellversammlung fand der "Politische Stammtisch" zum Thema Österreich-Sanktionen statt. Referenten waren Dr. Josef HÖCHTL und Verteidigungsminister a. D. Dr. Robert LICHAL. Sie stellten die derzeitige Situation und ihre Entwicklung seit dem Inkrafttreten der Maßnahmen dar. Dabei erfuhr man auch über Hintergründe, die in den regulären Nachrichten für gewöhnlich nicht zu hören sind.

Der Pennälertag endete am Sonntag mit der von Kardinal Dr. Christoph Schönborn gehaltenen Festmesse in der Votiv-Kirche, der Österreich-Kundgebung mit der Ansprache des Dekans der Juridischen Fakultät der Universität Wien, Dr. Peter PIELER, und dem Festkommers im Rathaus, in dessen Rahmen Vizekanzler und Außenminister a. D. Dr. Alois MOCK der Ehrenring des MKV überreicht wurde. Die Laudatio hielt der eigens angereiste erste frei gewählte Ministerpräsident und nunmehrige Außenminister der Republik Slowenien Lojze PETERLE. Er unterstrich, wie sehr sich der überzeugte Christdemokrat MOCK um die europäische Idee verdient gemacht habe und dankte ihm für die große Hilfe, die er den neuen Demokratien Osteuropas auf ihrem Weg in die Freiheit zukommen lassen habe. Mit seiner Charakterfestigkeit, seiner Prinzipientreue, seinem visionären Denken und seinem aufopfernden Idealismus sei er ein Vorbild, dem gerade die jungen Europäer folgen sollten, so PETERLE.

Der nächste Pennälertag findet zu Pfingsten 2001 in Eisenstadt statt.

(Schluss)

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