"Neues Volksblatt" Kommentar: "Schwach" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 10. Juni 2000

Linz (OTS) - Selten zuvor hat es ein Parteiobmann geschafft, so schnell an Reputation zu verlieren, wie dies der SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer rekordverdächtig vorexerziert. Bei seinen linken Freunden im Ausland holt er sich eine Abfuhr nach der anderen und brüskiert sie, indem er in Österreich mit einem Schulterschluss sogar mit der FPÖ liebäugelt. Im Inland versucht er sich als beinharter Oppositionsführer und muss schon jetzt klein beigeben, weil er die Rechnung ohne den Wirt, sprich den Bürger gemacht hat. Deutlicher hätte es Gusenbauer gestern in München nicht sagen können: Er ist für die Beseitigung der EU-Sanktionen vor allem aus parteipolitischen Gründen, weil die Haltung der EU-Regierungen der SPÖ schade. Jetzt wissen wir es: Die Partei hatte für Gusenbauer am Beginn der Sanktionen Vorrang und dabei bleibt es auch nach seinem jüngsten Schwenk. Der innerösterreichische Schulterschluss wäre gegenüber den EU-Partnern sicher ein positives Signal geworden. Der nur parteipolitisch gesteuerte Alfred Gusenbauer hätte allerdings in diesem Schulterschluss einen besonders schwachen Muskel abgegeben. Weder im Inland noch im Ausland kann man derzeit auf ihn bauen. Man wird noch einige Zeit auf ihn verzichten müssen - wenn es ihn dann noch geben sollte!

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