Pressestimmen/Vorausmeldung/Wirtschaft "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Nicht in Zahlen zu messen

Ausgabe vom 10.6.2000

Klagenfurt (OTS) - Eine Woche nach dem pompösen Start der Weltausstellung in Hannover gibt es überall lange Gesichter. Bei den Veranstaltern nur im stillen Kämmerlein, denn öffentlich machen sie noch verzweifelt auf Optimismus, Restaurantbesitzer und die Betreiber und Mitarbeiter der Souvenirshops und sonstigen Läden äußern ihren Unmut offen - und vor allem jene, die die Besucherflaute bereits ihren Job gekostet hat.
Die "geplanten" 260.000 Besucher pro Tag waren offenbar eine krasse Fehleinschätzung - vor allem, wenn man bedenkt, dass am Eröffnungstag "nur 150.000 Menschen das Expo-Gelände bevölkerten. Dass die Besucher nicht so strömen, ist vor allem deshalb zu bedauern, weil jene, die sich die Expo angesehen haben, laut einer Umfrage ihr durch die Bank die Noten "sehr gut" und "gut" gaben.
Doch übersteigerte Erwartungen, die gar nicht zu erfüllen sind, sind noch kein Grund, ein Projekt in Frage zu stellen, das Ländern und Organisationen die Möglichkeit gibt, ihr Bestes zu präsentieren, das Menschen unterschiedlicher Nationen zusammenführt, das Offenheit fördern und Ängste vor Fremden abbauen soll. Bundespräsident Rau hat es schön formuliert: "Die Expo soll neugierig machen, wie die anderen leben und wie die Zukunft sein wird." Vielleicht sollten sich die Organisatoren aber doch etwas zum Eintrittspreis (fast 500 Schilling für eine Einzelkarte im Vorverkauf) einfallen lassen und günstigere Familienpakete schnüren. Denn gerade für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, Fremdes als etwas Spannendes und nicht als Bedrohung zu erleben.

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