Mehr Geld für Wirtschaftsinteressen, weniger Geld für Bürokratie

- GRAFIK Initiative Modernes Österreich fordert radikalen

Wien (OTS) - Bürokratie-Abbau in der Wirtschaftskammer!=

Eine rasche Reform der Wirtschaftskammer-Bürokratie
fordert jetzt die überparteiliche Unternehmerplattform "Initiative Modernes Österreich". Kritisiert wird in erster Linie der riesige Verwaltungsapparat aus 1.000 Organisationseinheiten, 4.800 pragmatisierten Angestellten und 17.000 Funktionären. Langwierige und teure Arbeitsabläufe, mangelndes Dienstleistungsbewusstsein und inflexible Services seien die Folge.

Mit einer Evaluierung des Leistungsspektrums der Wirtschaftskammer und der Erarbeitung von Zielvorgaben für den Verwaltungsapparat soll das Problem bald zu lösen sein.

Zuviel Geld für Bürokratie-Erhaltung, zuwenig Geld für Wirtschaftsinteressen

Die Gesamteinnahmen der Wirtschaftskammer belaufen sich jährlich auf fast 9 Mrd. Schilling (1998), die von der Wirtschaft überwiegend aus Pflichtbeiträgen der Unternehmen aufgebracht werden. Der Großteil dieser Summe, dient der Erhaltung der aufgeblähten Verwaltungsapparate von Bundeskammer und 9 Länderkammern. Die "Initiative Modernes Österreich", bekannt für ihre Forderung nach einer drastischen Senkung der Kammerbeiträge, greift nun die hohen Verwaltungskosten als eine der Hauptursachen für die hohen Kammerbeiträge an. Sie fordert eine Abkehr von Hierarchiedenken hin zu mitgliederorientiertem Servicedenken. Dazu Initiative-Mitbegründer Claus Raidl: "Der Verwaltungsapparat der Wirtschaftskammer ist mit über 1000 Organisationseinheiten, 17.000 Funktionären und 4.800 Mitarbeitern einfach überdimensioniert." Hauptursache dieser Größe sei der sogenannte Faktor 10, der die gesamte Tätigkeit der Wirtschaftskammer kennzeichnet. Denn, so Raidl weiter: "Jede Aufgabe der Bundeskammer wird gleichzeitig auch von den 9 Landeskammern wahrgenommen. Zusätzlich bestehen noch 82 Bezirksstellen, deren Funktion mir heute im Zeitalter von E-Mail und Internet völlig unklar ist. Die Kammer muss schlanker, flexibler und damit letztlich auch billiger werden." Die Kritik von Martin Pfundner, Geschäftsführer der "Initiative Modernes Österreich" richtet sich vor allem gegen die Schieflage des Kammerbudgets: "Der größte Teil der Einnahmen kommt nicht den Unternehmern zugute, sondern fließt in die Finanzierung der Bürokratie. Die Fachverbände, Bundesgremien und Innungen , die unmittelbar die Interessen der Mitglieder wahrnehmen, verfügen nur über einen lächerlich geringen Prozentsatz der Gelder, die sie selbst aufbringen. Der Löwenanteil wandert aber in die Budgettöpfe der Wirtschaftskammer Österreich und der Landeskammern zur Erhaltung des Apparates. Das bringt den Mitgliedern kaum direkten Nutzen" so Martin Pfundner.

Nur eine schlanke und effiziente Kammer ist eine starke Kammer

"Nicht nur private Unternehmen müssen sich im Interesse ihrer Aktionäre dem Trend zu Flexibilisierung und Sparsamkeit anpassen. Auch für Non-Profit Organisationen und Bürokratien wächst der Anpassungsdruck und der Druck zur Rechtfertigung gegenüber Mitgliedern bzw. Steuerzahlern. Daher wird auch die Wirtschaftskammer in Zukunft verstärkt und schneller als bisher auf technologischen Fortschritt, Änderungen am Weltmarkt und geänderte Bedürfnisse der Wirtschaft reagieren müssen", begründet VOEST Vorstand und Initiative-Mitbegründer Peter Strahammer die dringende Notwendigkeit zum Bürokratieabbau. Eine tiefgreifende Strukturreform ohne falsche Tabus sei daher unvermeidlich. "Will die Wirtschaftskammer Unternehmerinteressen erfolgreich vertreten, muss sie genauso arbeiten wie ihre Mitglieder, nämlich mit schlanken und flexiblen Strukturen. Nur so können alle zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal genutzt werden." Nachsatz: "Und glauben Sie mir, als Manager eines ehemals verstaatlichten Betriebes weiß ich, wovon ich rede, wenn ich Strukturreformen verlange."

Bürokratie-Abbau als Basis für weitere Reformen

Der vom designierten Wirtschaftskammer-Präsidenten Christoph Leitl angekündigte Reformprozess wird von der "Initiative Modernes Österreich" begrüßt. Dennoch schränkt Geschäftsführer Martin Pfundner ein: "Erst wenn es Dr. Leitl gelingt, die Kammerbürokratie wesentlich zu verkleinern und an die heutigen Gegebenheiten anzupassen, kann er mit seinem gesamten Reformprojekt Erfolg haben. Kostensenkung und Flexibilisierung sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Kammerreform." Vordringlich sei zunächst eine drastische Senkung der Kammerbeiträge um jeweils 15% über 3 Jahre hinweg. Längerfristig müssten aber auch andere Faktoren eine Rolle spielen: "Will die Wirtschaftskammer den vollen Rückhalt ihrer Mitglieder, muss sie flexible Organisationsstrukturen schaffen und ihr Serviceangebot am Bedarf der Mitglieder ausrichten. Dazu gehört nicht nur eine Evaluierung des bestehenden Leistungsangebotes, sondern auch eine langfristige Zieldefinition für alle Organisationseinheiten. Uns geht es ja nicht um einen Kahlschlag in der Kammer, sondern um eine längst überfällige Modernisierung." Folgende Modernisierungsschritte würde die Initiative laut Claus Raidl empfehlen: "Natürlich den Stopp des Faktor 10. Dass je Begutachtungsverfahren mindestens ein Bundes- und 9 Landesexperten zu einem Gesetz Stellung nehmen, ist Unfug. Hier muss Expertise in Kompetenzzentren konzentriert und effizient angewandt werden." Weiterer wichtiger Schritt sei "die Evaluierung des gesamten Dienstleistungsspektrums der Wirtschaftskammer hinsichtlich Brauchbarkeit, Effizienz und Zielsetzung. Manche Leistungen können sicherlich ersatzlos gestrichen werden, andere sollten den Leistungsbeziehern direkt verrechnet werden. Und einige Services müssen einfach vollkommen modernisiert werden." Als konkrete Beispiele nennt er das Publikationsservice, das angesichts der Internet-Entwicklung völlig neu konzipiert werden müsse und die Leistungsangebote der Bezirksstellen. "Die Bezirksstellen waren in den 50er Jahren sicherlich wichtig, damals konnten die Leute mit dem Fahrrad ja nicht weiter als in die Bezirksstadt fahren. Aber heute im Zeitalter von Handy, E-Mail und Vollmotorisierung muss die Sinnhaftigkeit von 82 Bezirkskammern hinterfragt werden." Entsprechend dieser Überarbeitung und Neudefinition des Leistungsspektrums sollten dann die Verwaltungsstrukturen verändert werden. "Nicht die Ziele sollten den Strukturen angepasst werden sondern die Verwaltungsstrukturen sollten sich den Zielvorgaben anpassen."

Initiative für rasche Modernisierung der Wirtschaftskammer

Die "Initiative Modernes Österreich" ist eine überparteiliche Plattform von engagierten Unternehmern, die Impulse zur Reform ihrer Interessensvertretung geben wollen. Sie wurde von Dr. Peter Strahammer (VOEST Alpine Stahl AG), Dr. Claus Raidl (Böhler-Uddeholm AG) und Dipl. Ing. Thomas Prinzhorn im Herbst 1999 gegründet, um reformorientierten Unternehmern eine Aktionsbasis zu bieten.

Weitere Informationen zur "Initiative Modernes Österreich" finden Sie unter www.imoe.at

Dazugehörige OTS-Grafik Nr.0061

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