VP-Hahn: 5 Fragen an die Wiener Ärztekammer

Ärztekammer soll nicht mauern, sondern konstruktiv an notwendigen Veränderungen mitarbeiten

Wien (ÖVP-Klub) Überrascht reagierte der Wiener VP-Gesundheitssprecher HAHN auf die heutige Aussagen des Wiener Ärztekammerpräsidenten Walter Dorner. "Dorner scheint nicht zu wissen, was im Wiener Gesundheitswesen vorgeht, ansonsten müsste er die Zahlen und Fakten besser kennen", so HAHN. Dorner war mit keinem Wort auf die belegbaren Tatsachen der zu hohen Kosten und des zu hohen Personalaufwands eingegangen. Im übrigen sei niemals von Personalabbau die Rede gewesen, sondern nur von strukturellen Umschichtungen. HAHN bezeichnete die heutige Aussendung DORNERS als einen "vorhersehbaren Reflex eines Interessensvertreters".***

Ich erlaube mir daher dem Wiener Ärztekammerpräsidenten die folgenden Fragen zu stellen und erhoffe mit dieses Mal eine schlüssigere Antwort von Präsident Dorner:

Wie steht die Wiener Ärztekammer zu der Tatsache, daß in Wien 272 Spitalsangestellte auf 100 Betten kommen, während der österreichische Durchschnitt nur bei 200 liegt?

Kann die Wiener Ärztekammer einen ernst zu nehmenden Qualitätsunterschied zwischen vergleichbaren Spitälern in den Bundesländern und den Wiener Spitälern erkennen, obwohl die Wiener Spitäler deutlich mehr Personal beschäftigen?

Wie erklärt sich die Wiener Ärztekammer die Tatsache, daß ein Bett in einem Wiener Gemeindespital (ausgenommen ist das Wiener AKH) mehr als doppelt soviel (2.3 Millionen jährlich) kostet, während ein Bett in einem Ordenskrankenhaus, bei gleicher Leistung, nur rund 1 Million Schilling jährlich kostet?

Wie reagiert die Wiener Ärztekammer auf die Ergebnisse ihrer eigenen Studie, wonach die Ärzte in den Wiener Gemeindespitälern die "Organisationsmängel" als Hauptursache für ihre Unzufriedenheit angeben?

Was spricht konkret gegen die verstärkte Einführung von Gruppenpraxen als wichtigem und effizientem Bestandteil des Wiener Gesundheitssystems?

"DORNER sollte in dieser Diskussion endlich auf die Fakten eingehen und nicht mit unqualifizierten Äußerungen Ängste in der Bevölkerung schüren", so HAHN. Die Wiener Bevölkerung habe nämlich auch ein Recht darauf, zu wissen, warum das Wiener Gesundheitswesen soviel teurer ist, als jenes der anderen Bundesländer. "Im übrigen kann ich dem Herrn Ärztekammerpräsidenten versichern, daß meine Vorwürfe nicht meiner Jugend entspringen, sondern vielmehr meiner Ungeduld und meinem Wissen, daß es im Wiener Gesundheitssystem so nicht weitergehen kann." In den Bemühungen um die Erhaltung der anerkannt hohen Qualität in der medizinischen Versorgung Wiens, sei es mittlerweile 5 vor 12, um die notwendigen Veränderungen endlich anzupacken. "Gefragt ist nunmehr nicht unreflektiertes Mauern von Interessensvertretern, sondern konstruktives Arbeiten, um zu einer befriedigenden Lösung zu kommen."

Gerade weil das Wiener Gesundheitssystem seine Qualität und Lückenlosigkeit behalten müsse, sei es notwendig, sich zu überlegen, wie man medizinisches Personal effizient und zielführend einsetzen könne, so HAHN. "Es geht nicht darum Personal abzubauen, sondern dafür zu sorgen, daß es unter gute und effizienten Bedingungen und Strukturen arbeiten kann", schloß HAHN.***

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