Grünewald fordert Untersuchungskommission über ÄrztInnen-Selbstmorde

Beschwichtigen und Leugnen anläßlich einschlägiger Studien unangebracht

Wien (OTS) "Es ist mir völlig unverständlich, warum der ärztliche Leiter des Wiener AKH, Kepler, die Suizide in Abrede stellt, zumal mehrere AKH-Ärzte diese tragischen Fälle bestätigen", antwortet der Gesundheitssprecher der Grünen, Prof. Kurt Grünewald, auf gestrige Aussagen von Kepler in der ZiB 1. Sogar der Hochschulreferent der Wiener Ärztekammer und stellvertretende Klinikvorstand der Anästhesie, Prof. Alfons Hammerle, habe vor Zeugen die Häufung von Suiziden bestätigt. Und Professor Sonneck vom AKH hat in einer Studie herausgearbeitet, daß es eine hohe Selbstmordgefährdung und Burn-Out-Rate unter Ärztinnen und Ärzten vor allem aufgrund von Arbeitsüberlastung gibt. "Eine restlose Aufklärung ist unerläßlich. Deshalb muß rasch wie im Fall Freistadt eine Untersuchungskommission eingesetzt werden" fordert Grünewald.

Es darf dabei aber nicht nur die Situation der Ärzte untersucht werden, sondern auch die Situation nicht ärztlicher Gesundheitsberufe wie Diplomschwestern oder Pfleger - und das österreichweit. "Es muß außerdem erhoben werden, wo und in welchem Umfang das seit 1997 in Kraft befindliche Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz nicht eingehalten wird. Der für die Umsetzung dieses Gesetzes zuständige Minister Bartenstein muß sich nämlich den Vorwurf der Säumigkeit gefallen lassen", so Grünewald.

Lob zollt der Grüne Gesundheitssprecher Wiens Gesundheitsstadtrat Rieder, der die Suizidfälle im Wiener AKH im Gegensatz zum ärztlichen Leiter offenbar ernst nehme und eine genaue Untersuchung angekündigt hat. "Es hilft nichts, die Augen zu schließen und die Überlastungen von Ärzten und Krankenpflegepersonal zu leugnen. Im Interesse von Spitalspersonal und Patienten muß das Ausmaß derartiger Fälle restlos aufgeklärt und entsprechende Konsequenzen gezogen werden", fordert Grünewald.

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