Presseinformation zur Präsentation des CAT - Contemporary Art Tower in New York, N. Y.

Wien (OTS) - Peter Noever / Sepp Müller / Michael Embacher HEAVEN'S GIFT
A New Programmatic Strategy for
the Presentation of Contemporary Art

Max Protetch Gallery, New York, N. Y.
29. Juni - 28. Juli 2000

Peter Noever, Sepp Müller und Michael Embacher haben
mit dem Projekt CAT (Contemporary Art Tower) eine inhaltliche wie architektonische Strategie entwickelt, die den komplexen Anforderungen von heutigen künstlerischen Produktionen entspricht. CAT sieht die bauliche Adaptierung des Gefechtsturmes Arenbergpark (1942 - 43) in Wien - Mahnmahl des "Niemals vergessen" - in ein internationales Zentrum für zeitgenössische Kunst vor, in dem Projekte verwirklicht werden, die tatsächlich zeitgemäße Fragestellungen aufwerfen. Für CAT haben die Künstler Jenny Holzer und James Turrell künstlerische Interventionen entwickelt. Anhand eines Architekturmodells (Maßstab 1:50, Beton, Acryl, Licht), Entwurfskizzen und Ausführungsplänen wird das Projekt von 29. Juni bis 28. Juli im Rahmen einer vom MAK initiierten Ausstellung in der Max Protetch Gallery in New York erstmals öffentlich präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Durch sein imposantes Volumen beherrscht der fensterlose, archaisch anmutende Baukörper - einer der insgesamt sechs während des zweiten Weltkrieges in Wien errichteten Flaktürme - als Relikt der nationalsozialistischen Herrschaft und ihres totalen Krieges das Stadtbild um den Arenbergpark im dritten Wiener Gemeindebezirk. Die gewaltige monolithische Konstruktion erwies sich aufgrund ihrer 2 bis 7 m dicken Außenmauern wie die anderen Gefechtstürme in Wien, Hamburg und Berlin als unzerstörbar.

Das Projekt entstand vor dem Hintergrund der provisorischen Adaptierung eines der neun Geschoße des unweit vom MAK gelegenen Bauwerks. Das MAK zeigt dort im seinem Gegenwartskunstdepot wichtige Teile der Sammlung zeitgenössischer Kunst.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Entwurfs - ausgehend von mit Bedacht gesetzten Eingriffen in die bestehende Bausubstanz - für die Umwandlung des bislang negativ belasteten Baukörpers in ein offenes, lebendiges Zentrum für zeitgenössische Kunst liegt auf den neuen Medien. Durch seine wuchtige Stahlbetonkonstruktion und sein außergewöhnliches Raumangebot bietet der Gefechtsturm im Arenbergpark ideale Voraussetzungen für die entwickelte Strategie, den Dialog zwischen Künstlern und Publikum durch die Möglichkeit der unmittelbaren Auseinandersetzung mit vor Ort entstehenden Werken zu fördern und dadurch etwas für Verständnis und Akzeptanz der zeitgenössischen Kunst zu tun.

Das CAT-Planungsteam hat es sich mit der Öffnung und Eingliederung des bisher brachliegenden Orts in das urbane und gesellschaftliche Leben Wiens zum Ziel gesetzt, der störrischen Fremdartigkeit des Gebäudes durch den Brückenschlag zur zeitgenössischen Architektur und Kunst einen neuen Stellenwert zu verleihen. Das Vorhaben, das unterschiedlichste künstlerische Ansätze und Bereiche verknüpft, umfaßt Künstlerateliers, Ausstellungsräume und Veranstaltungsflächen, einen Living Space, eine Kitchen als informal meeting place, ein Auditorium, Interventionen am Gebäude, Restaurants und Bars auf den Dachebenen sowie den Bau eines Medien- und Versorgungsturms an der Südseite, dessen feingliedrige und transparente Konstruktion die Massigkeit des Gefechtsturms konterkariert.

KÜNSTLERISCHE INTERVENTIONEN

Die New Yorker Künstlerin Jenny Holzer, die mit ihren Electronic Signs im internationalen Kunstgeschehen einen zentralen Platz einnimmt, hat für das CAT-Projekt ein spezielles Konzept entwickelt, das auch gleichzeitig eine Weiterentwicklung ihrer medialen Kunst darstellt. Ausgangspunkt dieser Intervention ist die Vermischung ihrer Aphorismen mit realen, live übertragenen Nachrichteninformationen wie z. B. aktuellen Börsenkursen. Daneben setzt sie unterschiedliches Text- und Bildmaterial für großflächige Projektionen auf dem Flakturmgebäude ein. Diese Licht-Texte transportieren nicht nur spezifische Inhalte und Informationen, sondern haben zusätzlich auch die Funktion einer Außenbeleuchtung, um auf das aktuelle Geschehen im Bunker hinzuweisen. Daneben setzt die Künstlerin Laserlights ein, die vom höchsten Punkt des Medien- und Versorgungsturmes Texte auf verschiedene Projektionsflächen in unmittelbarer Umgebung des Flakturms werfen. Für ihre Intervention hat die Künstlerin Anregungen aus dem Konzept von Vladimir Tatlins 1919/1920 entstandenem Denkmal für die Dritte Internationale einfließen lassen. Jenny Holzer hat besonderes Interesse an der Vorstellung des Bunkers als Träger und Projektionsfläche für die Vermittlung von Gedanken einerseits und realer Nachrichten andererseits.

James Turrell schlägt auf einer der vier Plattformen des Flakturms die Errichtung eines als Bar fungierenden Skyspace mit rundem Grundriß vor. Durch eine Öffnung in der Decke mit einem Durchmesser von etwa 4 Metern soll die Bar den Besuchern einen uneingeschränkten Blick auf den Himmel über Wien ermöglichen. Wie im Fall des Skyspace, den der Künstler für seine 1998 im MAK gezeigte Ausstellung the other horizon geschaffen hat, werden die Menschen den Raum zwischen Himmel und Erde als materialisiertes Farbfeld wahrnehmen und die sonst nicht faßbare Entfernung als überwunden empfinden können. Für die Öffnungen in den Außenmauern des Gefechtsturms hat James Turrell eine aus blauem Licht bestehende Installation geplant - ein Vorhaben, das auf die äußeren Lichtverhältnisse, auf den städtischen Raum reagiert. Das östliche Verbindungselement zwischen Landstraßer Hauptstraße und Eingang zum CAT will der Künstler ebenfalls mit blauem atmosphärischem Licht ausstatten.

Pressedaten

HEAVEN'S GIFT
A New Programmatic Strategy for the
Presentation of Contemporary Art

Peter Noever / Sepp Müller / Michael Embacher

Pressepreview 29. Juni 2000, 17.00 Uhr
Eröffnung 29. Juni 2000, 18.00 Uhr
Ausstellungsort Max Protetch Gallery
511 West 22nd Street
New York, NY 10011-1109
Tel. +1- 212-633 6999
Ausstellungsdauer 30. Juni - 28. Juli 2000
Öffnungszeiten Mo - Fr 10.00 - 18.00 Uhr

Projektmanagement Bettina M. Busse
Research Anja Hasenlechner
Ausstellungsdesign Michael Embacher, Peter Noever, Max Protetch Organisation James Barbor, Caroline Duval-Arnould, Ina Martin Modellbau Janet Cross, Cross Architecture, New York
Video Zone, Vienna
Katalogredaktion Wolfgang Astelbauer, Evelyn Fertl, Christine Müller

Unterstützung Österreichisches Kulturinstitut New York, Bundeskanzleramt Sektion Kunst, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten - Kulturpolitische Sektion, MAK Art Society und Austrian Airlines.

Dank Georg Bock, Josie Browne, Martin Brunner, Gerhard Buresch, Hartwig A. Chromy, Janet Cross, Othmar Hill, Erich Hohenberger, Monika Kalista, Peter Mahringer, Manfred Maissner, Vjekoslav Matic, Paul Morschl, Heeresgeschichtliches Museum Wien - Bibliothek, Dieter Pal, Herbert Peroutka, Kurt Pöter, Ricky Renier, Willibald Riedler, Christoph Thun-Hohenstein, Rudolf Wran, Hans Zeiner, Zemler + Raunicher und Elisabeth Gehrer, Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Publikation "heaven's gift - CAT Contemporary Art Tower - A New Programmatic Strategy for the Presentation of Contemporary Art", MAK Vienna and MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles. Hrsg. von Peter Noever. Mit Beiträgen von Catherine David, Boris Groys, Paul Virilio, Lebbeus Woods, Thomas Krens, 72 Seiten, 43 Abbildungen, Hatje Verlag Ostfildern,

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

MAK - Muesum für angewandte Kunst
Presse Dorothea Apovnik
Tel.: +43-1-711 36-233
Fax: +43-1-711 36-227
e-mail: presse@mak.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MAK/OTS