GPA-Stein: Kooperative Mittelschule abgelehnt - hat Gehrer Geld zum hinauswerfen?

Gelungene Kooperationen von Hauptschule und AHS-Unterstufe können Milliarden bringen

Wien (GPA/ÖGB). ”Es ist unverständlich, dass Bundesministerin Gehrer das von allen Fraktionen des Wiener Bildungsrates empfohlene Modell der Kooperativen Mittelschulen ablehnt, meint die Zentralsekretärin der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Dwora Stein. Eine gemeinsame Mittelstufe oder wenigstens eine gelungene Kooperation der Schultypen könnte Einsparungen in Milliardenhöhe bringen und sich auch für isolierte Standorte in den Bundesländern eignen. Skurril wird die Sache, wenn in der Begründung für die Ablehnung angeführt wird, dass das Modell eine Bevorzugung der künftigen AbsolventInnen gegenüber HauptschülerInnen bewirken würde.++++

Klassenwiederholungen von Schülerinnen und Schülern - oft nur mit einem ”Nicht genügend” - kosten die öffentlichen und privaten Haushalte jährlich Milliarden. Das von Gehrer abgelehnte Modell sieht eine individuelle Förderung der SchülerInnen vor, brächte eine gezielte Vorbereitung auf weiterführende Schulen und würde es außerdem ermöglichen, Lehrkräfte flexibler einzusetzen. Ein Effekt, der speziell in Regionen mit einer geringen Dichte an Schulstandorten zusätzliche Einsparungen bringen würde.

Gibt Frau BM Gehrer damit gar einem FP-Druck nach? Bekanntlich hat der FPÖ-Vizepräsident des Wiener Stadtschulrates Rudolph schon mehrmals vehement von ihr gefordert, bestehende Mittelschulklassen so schnell wie möglich wieder zu regulären Hauptschul- oder Realgymnasienklassen zu machen. Dass die FPÖ keine Bildungskonzepte habe und einen Zickzackkurs - meist auf Basis von Aussagen von Einzelpersonen - fahre, sei ohnehin transparent. Es zeige sich aber auch die Unzuverlässlichkeit der ÖVP. Haben doch die Vertreter der Wiener ÖVP zugesichert, sich für die Durchsetzung dieses Konzeptes einzusetzen.

Es sei zu hoffen, dass in der Sache noch nicht das letzte Wort gefallen sei, so Dwora Stein. ”Es ist sicher notwendig, über laufende Schulversuche eine österreichweite Bilanz zu erstellen. Doch es ist unverständlich, wenn sich Frau Ministerin Gehrer hinter den noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen verschanzt und eine vernünftige Lösung auf die lange Bank schiebt.”

ÖGB, 9. Juni 2000
Nr. 487

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