Exporte nach Portugal mit zweistelligen Zuwachsraten

Gute Konjunkturlage wurde und wird von Österreichs Exporteure genutzt - Weitere Chancen bei Großprojekten

Wien (PWK) - Die österreichischen Exporte nach Portugal wuchsen 1999 um 12,8 Prozent auf 3,6 Mrd Schilling an. Im Jänner und Februar 2000 wurden erneut Steigerungsraten von 17,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. "Die dynamische Konjunkturlage Portugals konnte von unseren Unternehmen in den letzten Jahren gut genutzt werden und auch jetzt, wo sich eine leichte Abschwächung der rasanten Wirtschaftsentwicklung Portugals abzeichnet, behaupten sich die österreichischen Exporteure auf diesem Markt überdurchschnittlich", berichtet Österreichs Handelsdelegierter in Lissabon, Dietmar Fellner. Österreichs Exporte in die gesamte EU stiegen 1999 im Vergleich dazu nur um 3,6 Prozent.

"Da die Importe aus Portugal nach Österreich zur Zeit stagnieren (1999: +0,1 Prozent), konnte auch das bilaterale Handelsbilanzdefizit Österreichs um fast ein Drittel reduziert werden", ergänzt Leopold Birstinger, zuständiger Länderreferent in der Wirtschaftskammer Österreich. Trotz des Gewinnes von Marktanteilen während der vergangenen Jahre sei Österreich mit 0,7 Prozent an den Gesamtimporten Portugals jedoch noch immer unterrepräsentiert, so Birstinger, und wies auf das noch lange nicht ausgeschöpfte Geschäftspotential für österreichische Unternehmen am portugiesischen Markt hin.

Chancen ergeben sich vor allem bei den von der portugiesischen Regierung geplanten Großprojekten im Infrastruktur- und Umweltsanierungsbereich, bei denen finanzielle Mittel aus den Struktur- und Kohäsionsfonds der EU einfließen. "So wird beispielsweise gerade eine Umlaufseilbahn auf den Berg Monte in Madeira von einer österreichischen Firma errichtet, weitere Kleinseilbahnen sind projektiert", weiß Handelsdelegierter Fellner. Ebenso wurde an den Tejo-Brücken mitgearbeitet, von denen für die nächsten Jahre der Bau zweier weiterer angekündigt wurde. Darüber hinaus stehen eine Hochgeschwindigkeits-Zugsverbindung nach Madrid, ein neuer Flughafen Lissabon und der Bau des größten Krankenhauses Europas am Programm.

Österreich liefert in großem Umfang der portugiesischen Automobilindustrie zu. Maschinen und Fahrzeuge bzw. deren Teile sind daher die wichtigsten Ausfuhrgüter der österreichischen Unternehmen und entsprechen rund 40 Prozent der Gesamtexporte nach Portugal. Weitere Exportprodukte sind Papier und Pappe, Garne, Bekleidung sowie Spiel- und Sportgeräte. Ein österreichisch-portugiesisches Symposium, das die WKÖ und ihre Außenhandelsstelle Lissabon im letzten Jahr organisierte, führte darüber hinaus zu einem Abkommen zwischen einer österreichischen und portugiesischen Consultingfirma um erstmals auch Biomasse in Portugal zu verwerten.

Die wichtigsten Positionen auf der Einfuhrseite sind wie im Exportbereich Maschinen und Fahrzeuge, hauptsächlich PKWs einschließlich Kombis. Aus Portugal gelangen aber auch zahlreiche Schuhe sowie Bekleidung, -Zubehör, Bettenausstattung und Korkprodukte nach Österreich.

Ein prognostiziertes Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent, eine gestiegene Inflationsrate auf 2,5 Prozent sowie ein Haushaltsdefizit, das bei 1,6 Prozent des BIPs liegt, sprechen zwar für eine Abflachung der portugiesischen Wirtschaftsdynamik, aufgrund der genannten Großprojekte dürften sich die österreichischen Exporte jedoch weiterhin durchaus günstig entwickeln. (Ne)

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