Rieder: Ausbildungsprogramm für Gesundheitsberufe zur Erkennung von Gewalt

Prävention und Früherkennung im Gesundheitsbereich

Wien (SPW) Ein spezielles Ausbildungsprogramm für MitarbeiterInnen im Gesundheitsbereich zur Erkennung von Gewalt an Frauen und Kindern kündigte Donnerstag abend Gesundheitsstadtrat Sepp Rieder an. In einem Pressegespräch im Rahmen der Initiative "Stopp! Keine Gewalt" der Wiener SPÖ-Frauen hielt Rieder fest: "Es macht absolut Sinn, den Prozess der Gewaltspirale möglichst rasch zu erkennen und einzugreifen." Für die Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien, Beate Wimmer-Puchinger, kommt dem medizinischen System eine Schlüsselfunktion bei Prävention und Früherkennung von Gewalt an Frauen und Kindern zu. "Eine Studie des Ludwig Boltzmann Instituts für Frauengesundheitsforschung ergab", so Wimmer-Puchinger, "dass 90 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte eine Ausbildung in diesem Bereich wünschen." Bereits im Herbst werde mit dem Ausbildungsprogramm begonnen und damit ein Anliegen der Wiener SPÖ-Frauen im Interesse der von Gewalt betroffenen Frauen und Kinder verwirklicht, erklärte die Wiener SPÖ-Frauensekretärin, LAbg. Martina Ludwig. ****

MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen stehen oft vor großen inhaltlichen und persönlichen Herausforderungen und Gewissenskonflikten, wenn sie mit Gewalt an Frauen Kindern konfrontiert werden. "Noch heuer wird deshalb Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Unfallabteilungen, Kinderabteilungen, kinderchirurgischen Abteilungen und Gynäkologien ein spezielles Ausbildungsprogramm zur Erkennung von Gewalt an Frauen und Kindern angeboten werden", kündigte Rieder an. Dieses Angebot richte sich an Abteilungen der Wiener städtischen Schwerpunktspitäler sowie die Semmelweis-Klinik als Gynäkologie-Zentrum und das Preyer'sche Kinderspital. Positive Signale in Richtung einer Kooperation gebe es bereits von den beiden Unfallspitälern Lorenz Böhler und Meidling sowie dem Hanusch-Spital.

Die Ausbildung sei in vier Einzelveranstaltungen gegliedert und richte sich an ÄrztInnen, Pflegepersonal und andere MitarbeiterInnen von einschlägigen Ambulanzen, informierte der Gesundheitsstadtrat. Organisiert werde das Weiterbildungsprogramm vom Büro der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten Beate Wimmer-Puchinger und der Stabsstelle Qualitätsmanagement des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV).

Das Ausbildungscurriculum wurde vom Ludwig Boltzmann-Institut für Gesundheitspsychologie der Frau erarbeitet. Die Schwerpunkte fasste Wimmer-Puchinger folgendermaßen zusammen: "Wie erkenne ich Gewalt an Frauen und Kindern, welche rechtlichen Schritte müssen/können ergriffen werden, und wie kommuniziere ich mit Opfern und Tätern?" Im Zusammenhang mit dem Ausbildungsprogramm soll auch auf die positiven Erfahrungen der seit 1996 bestehenden Kinderschutzgruppe im Preyer´schen Kinderspital zurückgegriffen werden, in deren Rahmen unter anderem ein "Früherkennungsprogramm" gegen sexuelle Übergriffe bei Kindern entwickelt wurde.

Für die Wiener SPÖ-Frauensekretärin wird damit ein wichtiger Schritt in der Betreuung all jener Frauen gesetzt, die Opfer von familiärer und sexueller Gewalt wurden. Sie werde sich jedenfalls dafür stark machen, dass sämtliche Forderungen der Wiener SPÖ-Frauen im Rahmen der Initiative "Stopp! Keine Gewalt", nämlich ein Rechtsanspruch des Opfers auf Betreuung nach einer Gewalttat, die Einrichtung eines Traumazentrums für Opfer von Gewalttaten, ein verpflichtendes Tätergespräch und das Verbot von Waffen in Privathaushalten, so rasch wie möglich umgesetzt werden, so Ludwig abschließend. (Schluss) gd

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