"Neue Zeit Kommentar": "Privilegien?" von Peter Kolb

Ausgabe vom 09.06. 2000

Graz (OTS) - Die Äußerungen der FP-Generalsekretärin Theresia Zierler tragen - wie gewohnt, möchte man trotz ihrer kurzen Amtszeit beinahe schon sagen - nichts zur Lösung von Problemen in der Pensionsfrage bei. Wenn die Gewerkschaft sich auf Kampfmaßnahmen als letztes Mittel einigt, dann beschließt deren Vorstand dies nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil tatsächlich ein Eingriff in bestehende Rechte bevorsteht. Die Möglichkeit zum Streik daher als "Angriff auf die Solidargesellschaft" zu sehen, ist eine kühne Interpretation. Umso mehr, als sich gerade unter den Eisenbahnern wohl viele der sogenannten kleinen, fleißigen und anständigen Leute befinden, um die sich die Freiheitlichen sonst so gerne kümmern. Weil diese aber nun auf die Einhaltung der ihnen - auch vom damaligen Vizekanzler Wolfgang Schüssel - schriftlich zugesicherten Pensionsregelungen bestehen, werden sie von Schwarzblau bedenkenlos zu Privilegienrittern gemacht, ohne dabei die Fakten zu nennen. Eisenbahner zahlen einen höheren Pensionsbeitrag während ihrer Aktiv-und während ihrer Ruhezeit als andere Berufsgruppen. Abfertigungen im allgemeinen Sinn gibt es, nicht, deshalb dürfen sie aber auch früher in Pension gehen.

Doch steht dieses Denunzieren von ganzen Berufsgruppen in letzter Zeit immer höher im Kurs der Regierung. Und auch das Ausspielen dieser Gruppen gegeneinander, indem man sie mit Halbwahrheiten zu "Privilegienrittern" stempelt und so "längst fällige Reformen" durchzubringen hofft.

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