Integrationsfonds fördert Bildungsprojekte für Erwachsene

Besten zehn Projekte auf Initiative des WIF von Expertenjury ermittelt

Wien, (OTS) Im Rahmen seiner umfassenden Sprach- und Bildungsoffensive hat der Wiener Integrationsfonds Anfang des
Jahres unter dem Titel "Bildung für Integration - innovative Projekte im Bildungsbereich" eine Ausschreibung gestartet. Eingeladen waren alle Bildungseinrichtungen, Vereine und Initiativen, die auf diesem Sektor aktiv sind. Dabei sollten
Modelle und Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung, zur Verbesserung der Ein- Auf- und Unstiegschancen am Arbeitsmarkt bis hin zu antirassistischer und politischer Bildung entwickelt
werden. Von den insgesamt 46 eingereichten Projekten wurden vor kurzem die besten zehn von einer Expertenjury ausgewählt. Dieser Fachjury gehörten VertreterInnen der Universität Wien, Institut für Politikwissenschaft, des WAFF, des ÖGB, des Beratungszentrums für MigrantInnen und des Österreichischen Kulturservice an. Der WIF hat das Gesamtprojekt mit 2 Millionen Schilling budgetiert. "Bildung für Integration" läuft bis einschließlich 31. Jänner 2001.

Die ausgewählten Bildungsprojekte im Detail - von der Integration am Bau bis zu Antirassismus Workshops

o Vom Romano Centro wurde das Projekt "Romaassistenz" eingebracht.

Im Rahmen dieses Vorhabens sollen SchulabgängerInnen in drei Pflichtschulen Wiens zu RomaassistentInnen ausgebildet werden. Hauptaufgabe ist die Unterstützung der Romakinder mit dem Ziel einen positiven Schulabschluss zu erlangen. Die AssistentInnen arbeiten im Unterricht selbst mit.
o Das Berufsförderungsinstitut Wien hat das Projekt "INTAKT"

eingereicht. INTAKT ist eine Übungsfirma, die Dienstleistungen für Alltagsfragen - vom Suchen nach Adressen bis hin zu diversen Internetrecherchen - anbietet. Die Ausbildungspalette reicht
von Telefontraining, Büroorganisation, Kundenbetreuung, HTML Publishing und Datenbanken sowie Werbung und PR bis hin zur politischen Bildung. Zielgruppe für dieses Projekt sind arbeitslose MigrantInnen aber auch WienerInnen., die sich beruflich verändern wollen sowie alle am Thema "Integration" Interessierten.
o Ausgewählt wurde weiters das Projekt "Journalistenkurs" von

Radio Afrika für an der journalistischen Arbeit interessierte MigrantInnen aus Afrika. Dabei sollen RedakteurInnen größerer Medien als AusbildnerInnen gewonnen werden.
o Die 17&4 Organisationsberatung GmbH bietet unter dem Titel

"Integration am Bau" in Kooperation mit der Firma Mischek Bau AG Fortbildung für am Bausektor Beschäftigte an. Hier geht es in erster Linie um die Vermittlung und Verbesserung von Fachsprache und Fachwissen sowie um bessere Auf- und Unstiegschancen für ausländische MitarbeiterInnen.
o EDV Grundlagen und soziale Kompetenz für jüdische Menschen" ist

ein Projekt des jüdischen Berufsbildungszentrums. Bei diesem Projekt soll vor allem religiös jüdischen Frauen, die sonst kein derartiges Angebot wahrnehmen können, der Umgang mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien nahe gebracht
werden.
o Die "Workshops zur Bewältigung von Alltagsrassismus",

eingereicht von Peregrina Beratungsstelle für ausländische Frauen, sollen MigrantInnen die Möglichkeit geben, ihre Rassismuserfahrungen zu reflektieren. Durch diese Art der Auseinandersetzung mit Rassismus soll auch verhindert werden,
dass umgekehrte Feindbilder entstehen.
o Der Verein Asylkoordination Österreich und Partner haben das

Projekt "SPEAK UP! Antirassistische Öffentlichkeitsarbeit" entwickelt. Im Mittelpunkt dieses Projektes stehen unter anderem die Themenbereiche Politik in Österreich, rechtliche Grundlagen zu Versammlungs-, Vereins- und Wahlrecht, Öffentlichkeitsarbeit, Rhetorik und Argumentationstraining, neue Medien - Internet und Fundraising. Zielgruppe sind MitarbeiterInnen von Migrantenorganisationen, antirassistische Initiativen, BetriebsrätInnen und KandidatInnen sowie politisch interessierte MigrantInnen. Das Projekt soll jedenfalls dazu beitragen, dass Anliegen professioneller und wirksamer artikuliert werden
können.
o Die Volkshochschule Ottakring/Fachbereich Jugendbildung hat das

Projekt "go public" erarbeitet. "go Public" richtet sich an Jugendliche zwischen 15 und 20 , die sich in der Schule, im Jugendparlament, im Bezirk, im Betrieb etc. .stärker einbringen möchten. Hier bietet "go public" Schlüsselqualifikationen an. Die Angebotspalette umfasst unter anderem Kommunikation,
Rhetorik und Moderation. "go public" soll aber kein Ghetto Lehrgang" sein, sondern mit dem Ziel Vorurteile abzubauen Jugendliche aus den ethnischen communities mit
"österreichischen" Jugendlichen zusammenbringen. Vor allem
sollen auch Mädchen verstärkt in den Lehrgang eingebunden werden.
o Feykom, Verband von kurdischen Vereinen in Österreich, bietet

Seminare zum Thema "Gesellschaftspolitik und Rechtsbedingungen" an. Im Mittelpunkt steht hier die Auseinandersetzung mit dem österreichischen öffentlichen Recht und dem Privatrecht in Zusammenhang mit der Lebenssituation von MigrantInnen.
Informiert wird außerdem über die Grundzüge des Rechts der Europäischen Union. Die Zielgruppe sind ehrenamtlich tätige Mitglieder kurdischer und türkischer Vereine.
o "Österreich 2000 - Politische Bildung für Migrantinnen" will

das Beratungszentrum "Miteinader Lernen - Birlikte Ögrenelim" vermitteln. Auf dem Programm der Kurse stehen unter anderem Informationen über das politische System aber auch Exkursionen ins Parlament, ins Rathaus und zur Volksanwaltschaft. Zielgruppe sind Migrantinnen mit türkischer Herkunft. Nach einer
Pilotphase soll dann die "politische Bildung" in die laufenden Deutschkurse eingebunden werden. Außerdem ist geplant, die im Rahmen des Pilotprojektes erarbeiteten Unterlagen über den WIF
an andere Deutschkursanbieter weiterzugeben.

Seitner: Bildung einer der Schlüsselfaktoren der Integration

Fondschef Hannes Seitner zusammenfassend zum Ergebnis der Expertenjury: "Die vorliegenden innovativen und vor allem sehr vielfältigen Projekte machen deutlich, dass der Wiener Integrationsfonds mit der Initiative "Bildung für Integration" absolut richtig gelegen ist." Besonders erfreulich dabei sei, so
der Fondschef weiter, dass sich einige Projekte sowohl an die Zielgruppe MigrantInnen als auch an "alteingesessene "WienerInnen richten. Durch das "Miteinander lernen" werde es möglich, einerseits Feindbilder und Vorurteile abzubauen, andererseits
biete sich sowohl für die so genannten "Modernisierungsverlierer" als auch für die MigrantInnen die Chance für einen gemeinsamen "Neuanfang", betonte Seitner. Als einen wesentlichen Aspekt nannte der Fondschef auch die Tatsache, dass vielen Projekte auf die spezifische Situation von Migrantinnen abzielen. Der WIF -Geschäftsführer bezeichnete es als integrationspolitische Notwendigkeit, gerade Frauen mit traditionell - konservativem Familienhintergrund zu mehr Selbstständigkeit und
Selbstbewusstsein zu verhelfen.

Neben dem Erlernen der Sprache sei Bildung im umfassenden
Sinn, von der Qualifikation bis zur politischen und antirassistischen Bildung, jedenfalls einer der Schlüsselfaktoren der Integration. Der Integrationsfonds werde daher auch in Zukunft an diesem Schwerpunkt festhalten und ihn weiter ausbauen, versicherte Seitner abschließend. (Schluss) gph

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