"Josefstadt"-Sanierungskonzept: Stellenabbau, Umrüstung auf gehobenen Boulevard im En-suite-Verfahren - Lohner droht mit Rücktritt: "Ende der Josefstadt" ? Direktion erwägt Gang zum

Handelsgericht Vorausmeldung zu NEWS 23/00 vom 8. Juni 2000

Wien (OTS) - Das von der Betriebsberatungsfirma Infora erstellte Konzept zur Sanierung des überschuldeten Theaters in der Josefstadt ist fertig und wurde den Subventionsgebern referiert. Die müssen nun mit der Direktion über alle Punkte des Maximalkatalogs verhandeln.

Nach Informationen der morgen erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins NEWS sieht das Konzept alarmierende personelle und künstlerische Veränderungen vor:

Neben einer großflächigen Personalkürzung in allen Bereichen (Ensemble, Verwaltung, Technik) - die Rede geht von fast 100 Arbeitsplätzen - wird die völlige künstlerische Neupositionierung des Theaters empfohlen.

- De facto geht es um eine Art gehobenen Boulevardbetrieb. Empfohlen werden personenarme Stücke mit breitenwirksamem Star und wenigen kostengünstigen Mitwirkenden rundum. Selbst die abendliche Spieldauer soll verkürzt werden, um Überstunden zu vermeiden.

- Das Repertoiresystem ist aufzulassen, die "Josefstadt" soll ihre Produktionen en suite spielen. Dieses System sei mit den Abonnements kompatibel.

- Mit den Festwochen soll nicht mehr koproduziert werden.

- Der Rabenhof muss auch im Administrativen abgegeben werden.

Lohner: "Das wäre das Ende der Josefstadt". "Josefstadt"-Direktor Lohner bezeichnet eine allfällige Verwirklichung des Konzepts via NEWS als "Ende der von Max Reinhardt gegründeten Bühne". Solange er Direktor sei, werde keine Stelle abgebaut. Keinesfalls werde die Absenkung der Bühne auf Boulevard-Niveau unter seiner Mitwirkung stattfinden. Lohner: "Ich breche keine Verträge, aber wenn man mir solche Sachen zumutet, dauert mein Abgang keine fünf Minuten."

Gang zum Handelsgericht? Der kaufmännische Direktor Alexander Götz kündigt via NEWS den Gang zum Handelsgericht Riemergasse noch in diesem Monat an, sollten geforderte zusätzliche Subventionsmittel von 25 Millionen p. A. nicht bis zur abschließenden Wiener Gemeinderatssitzung Ende Juni bewilligt werden. Der Betrieb im laufenden Kalenderjahr sei nicht mehr gesichert, man müsse in diesem Fall beim Handelsgericht "Reorganisationsbedarf" - die Vorstufe zum Insolvenzverfahren - anmelden.

Marboe: Bronner sagte ab, ist aber wieder im Spiel. Kulturstadtrat Marboe klärt auch die Verwirrung um Gerhard Bronners Rabenhof-Bewerbung: Bronner habe, verärgert über den Ton der Auseinandersetzung, durch seinen Kompagnon Ronald Leopoldi absagen lassen - und zwar für beide. Dieser Vorgang liegt im Stadtrat-Büro auch schriftlich auf. Bronner habe sich nun allerdings in einem persönlichen Telefonat mit dem Stadtrat vom Rückzug zurückgezogen und sei auf eigenen Wunsch wieder im Spiel.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

NEWS-Chefredaktion:
Tel.: (01) 213 12-113

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS