Petrovic (2): Wiener Polizeipräsident soll seinen Hut nehmen

Stiedl hat Öffentlichkeit bei Todesschuß belogen - Grüne verlangen heute im Parlament Anfragebesprechung zur SEK

Wien (OTS) "In jedem zivilisierten Land der Welt müsste der verantwortliche Polizeipräsident seinen Hut nehmen. Wiens Polizeiverantwortliche wird langsam zu einer Gefahr für die BürgerInnen dieses Landes", reagiert die stv. Klubobfrau der Grünen, Madeleine Petrovic, auf die jüngsten Vorfälle innerhalb der Wiener Polizei. Wie nun durch einen Bericht des 'Falter' bekannt wurde, hat jener Todesschütze der Polizei noch nach dem Schusswaffengebrauch selbst Tatzeugen vernommen. Der Polizeipräsident hat in der Folge die Öffentlichkeit belogen, denn er behauptete in einer Pressekonferenz, daß der Beamte 'wegen eines Post-Shooting-Traumas in psychologischer Betreuung' sei. - Die Grünen werden deshalb in einer Anfragebesprechung im Parlament diesen Fall zum Thema machen.

"Es ist schon unerträglich, wenn die Polizei in den eigenen Reihen ermittelt, es ist allerdings ein ungeheurer Skandal, wenn ein Beamter in eigener Sache Zeugen vernimmt", so Petrovic. Im Zusammenhang mit diesem Schusswaffengebrauch sind jedenfalls zahlreiche Unklarheiten aufgetreten. "Bisher wissen wir nur, dass die Version der Polizei so nicht stimmen kann. Nachdem nun bekannt ist, dass der Beamte in eigener Sache ermittelt hat, werden wir die Wahrheit wohl nur schwer zu ermittlen sein."

Die Grünen erneuern ihre Forderung nach einer unabhängigen Ermittlungskommission, die derartige Fälle untersucht und verlangen die sofortige Auflösung der "obskuren" und offensichtlich schießwütigen Sondereinheit SEK. "Nach mehreren ungeklärten Todesfällen bei der Wiener Polizei und den unfassbaren Zuständen bei der SEK hat der zuständige Innenminister dringenden Handlungsbedarf", so die stv. Klubobfrau. "Innenminister Strasser muss innerhalb der Wiener Polizei Konsequenzen ziehen, sonst macht er sich mitschuldig. Die Mehrheit der Wiener Beamten hat ein Recht darauf, von derartigen 'Kollegen' geschützt zu werden", so Petrovic abschließend.

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