"Neues Volksblatt" Kommentar: "Goodbye!" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 7. Juni 2000

Linz (OTS) - Die Grünen etwa haben von einer Startposition, wie
sie das Liberale Forum hatte, nur träumen können: von Beginn weg Mandatare im Nationalrat, damit verbunden Erfahrung in dessen politischen Ritualen, von Beginn weg, NR-Präsident Heinz Fischer sei Dank, Klubstatus, damit von Beginn weg entsprechende Berücksichtigung in der medialen Öffentlichkeit. Was daraus geworden ist: ein Trümmerhaufen.

Die Ursachen dafür sind vielschichtig: Das eigenwillige Setzen auf gesellschaftspolitisch "links" zuzuordnende Themen in Verbindung mit anders geartetem wirtschaftspolitischem Anspruch; der weitgehende Verzicht auf blanken Populismus; die, ähnlich dem Anspruch Jörg Haiders, starke Persönlichkeit Heide Schmidts, die dem LiF einen Start, dann aber für die Profilierung neuer Gesichter zu wenig Luft zum Atmen gab; die daraus resultierende dünne Personaldecke - auch hier drängen sich Parallelen zur FPÖ auf. Der Jahrmarkt der Eitelkeiten, der sich nun in Wien, dem letzten verbliebenen politischen LiF-Standort, abspielt, bedeutet wohl den endgültigen Todesstoß. Dabei wäre eine Partei abseits rot-grüner Fundamentalopposition gerade jetzt eine interessante demokratiepolitische Facette. Das LiF aber hat seine Chancen selbst verbockt. Goodbye!

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