Povysil: Kulturgut Buch gerettet

Vielfalt des Buches muß erhalten bleiben

Wien, 2000-06-06 (fpd) - Das Buch ist für uns nicht Ware, sondern Kulturgut", erklärte heute die Kulturausschußvorsitzende und freiheitliche Kultursprecherin Dr. Brigitte Povysil zur Buchpreisbindung .****

"Der Meinung ‚Buch als Kulturgut‘ schließt sich zunehmend ganz Europa an", führte Povysil weiter aus. "Im ‚Colloque sur l´économie du livre dans l´espace européen‘, das in Straßburg im September 2000 stattfinden wird, diskutieren die EU-Mitgliedsländer über den nationalen und grenzüberschreitenden Buchhandel in Europa. Denn gerade durch den über hundertjährigen Bestand eines gemeinsamen Preisbindungssystems zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz hat sich das Verlags- und Buchhandelswesen zum tiefsten und vielfältigsten Buchmarkt der Welt entwickelt. Nirgendwo sind mehr Verlage und Buchhandlungen sowie Buchtitel anzutreffen als bei uns. Und genau das wollen wir uns erhalten: Die Vielfalt des Buches, vom Klassiker zum Bestseller, zum nicht so auflagenstarken Erstlingswerk eines jungen Autors bis hin zur Lyrik."

Wie Povysil weiter ausführte, sei es ihr auch "ein Anliegen, mit diesem Gesetz die kleinen und mittleren Buchhändler zu erhalten und ihnen in einer fünfjährigen Übergangsfrist zu ermöglichen, sich auf die neuen Marktsituationen umzustellen. Eine davon ist der Buchhandel im Internet. Noch beträgt er in Österreich erst ca. zwei Prozent des Gesamthandels. Eine österreichische Wochenzeitung hat Anbieter im Netz getestet und sieben österreichische und fünf deutsche Online-Buchhändler unter die Lupe genommen. Fazit: Shopping im Internet ist eine interessante, weil neue, aber selten billigere und schnellere Alternative zum herkömmlichen Einkauf im Buchgeschäft. Trotzdem ist der virtuelle Buchhandel im Internet ein neuer Weg."

Man habe sich "die Diskussion darüber nicht leicht gemacht", betonte Povysil, sei aber "letztendlich zum Schluß gekommen, daß man auch das Internet in die Preisbindung einbeziehen muß, da nach dem Gleichheitsgrundsatz alle Vertriebswege gleich behandelt werden müssen. 80 % der in Deutschland verlegten Bücher werden am österreichischen Buchmarkt gehandelt. Aufgrund der in Deutschland bestehenden Internetpreisbindung würde es bei einem freien Markt in Österreich zu einer massiven Benachteiligung und Konkurrenzierung der inländischen Anbieter kommen. Es ist damit zum einem eine verfassungsrechtliche Gleichheit aller Vertriebswege gegeben und zum zweiten ein fairer Wettbewerb zwischen deutschsprachigen Händlern gegeben", so Povysil.

"Der grenzüberschreitende elektronische Handel ist seit Anfang Mai dieses Jahres über die E-Commerce-Richtlinie EU-weit geregelt, diese beschäftigt sich vorwiegend mit Rechts- und Konsumentenfragen. Und damit komme ich zum letzten Teil in der gesamten ‚Kette‘ des Buchhandels, zu dem Teil, der den ganzen Buchhandel ja eigentlich in Schwung hält, von dem er abhängt, zum Konsumenten und Leser", erklärte Povysil. "Wir wollten erreichen, daß Bücher gelesen werden, daß Bücher erschwinglich sind, daß sie weiterhin in ihrer gesamten Vielfalt für Jedermann zugänglich sind. Wir haben daher ganz klare Rabattierungsregelungen für Bibliotheken und Konsumenten gesetzlich festgelegt. Wir haben damit nach langer Diskussion, mit ALLEN Beteiligten (den Autoren, Verlegern, Händlern und auch Konsumenten) versucht, ein Gesetz zu schaffen, das Altes bewahrt, auf die Situation der Gegenwart bedacht nimmt und für die Zukunft alle Möglichkeiten offen läßt." (Schluß)

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