Der tragische Unfall auf der A2 - wahrscheinliche Unfallursache: Übermüdung des Lkw-Fahrers

Wien (OTS) - Der Unfallhergang ist nicht mit den straßenbaulichen Bedingungen der "Sparautobahn" zu erklären, Unfallursache ist vermutlich Übermüdung. Ein Risiko, das mit Alkohol am Steuer gleichzusetzen ist - darum fordert das KfV verstärkte Kontrollen.

Auf der A2 ereignete sich heute, Dienstag, um 6.40 in Fahrtrichtung Graz ein tragischer Unfall: Ein Pkw geriet ins Schleudern, kam auf die andere Fahrbahn - dieser Abschnitt der Autobahn ist nicht baulich getrennt - und prallte frontal gegen einen herannahenden Pkw. In Folge dieser Kollision mußte der Verkehr anhalten, der Lenker eines italienischen Lkws erkannte die Gefahr zu spät und fuhr auf einen Pkw auf. Die Lenkerin verbrannte im Wagen, fünf bis sechs weitere Personen sind verletzt.

Die Unfallursache war das Fehlverhalten des Lkw-Lenkers vermutlich aufgrund Übermüdung in Kombination mit überhöhter Geschwindigkeit. Dieser Mix ist die Hauptunfallursache bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung, erfahrungsgemäß sind diese Fehlreaktionen auf die Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten zurückzuführen.

"Übermüdung ist ein ernstzunehmendes Unfallrisiko und ist gleichzusetzen mit Alkohol am Steuer", sagt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann. Darum fordert das KfV verstärkte Überwachung der Fahrtzeiten sowie die europaweite Einführung eines digitalen Tachographen, der die Manipulierbarkeit nahezu ausschaltet und die Schulung der Exekutive für kompetente Überwachung.

Der Unfall-Abschnitt im Spiegel der Unfallbilanz:

Auf der Fahrtrichtung Graz zwischen Mooskirchen und Steinberg ereigneten sich von 1995 bis 1999 22 Unfälle, im Vorjahr gab es insgesamt 4 Unfälle auf dieser Strecke, davon einer mit Lkw-Beteiligung, ein Motorradfahrer kam dabei ums Leben. Im ersten Quartal 2000 ereignete sich noch kein Unfall auf dieser Strecke. Mit diesen Zahlen liegt für diesen Abschnitt kein erhöhtes Unfallrisiko vor.

Fazit: Der Unfallhergang ist weniger auf die baulichen Bedingungen der "Sparautobahn" zurückzuführen, als auf das menschliche Fehlverhalten der Fahrer.

Lkw-Unfälle im allgemeinen:

Der Anteil der schweren Lkw (darunter versteht die österreichische Unfallstatistik Lkw über 3,5t mit/ohne Anhänger, Sattelkraftfahrzeuge und Tankwagen) an Straßenverkehrsunfällen mit Personenschaden lag in den Jahren 1994-98 relativ konstant bei jährlich rund 2.200. Dies gilt ebenso für den Anteil dieser Unfälle am Gesamtunfallgeschehen, der im Beobachtungszeitraum zwischen 5,4% und 5,8% pendelt. Das Signifikante an den Lkw-Unfällen ist jedoch die Unfallschwere:
Unfälle, an denen schwere Lkw beteiligt sind, fordern überdurchschnittlich viele Menschenleben.

Der Anteil der Lkw-Unfälle auf Autobahnen und Schnellstraßen ist rund dreimal so hoch wie im gesamten Straßennetz und liegt bei rund 17 Prozent. Noch dramatischer ist der Anteil an den tödlichen Unfällen auf Autobahnen und Schnellstraßen: In den letzten eineinhalb Jahren (1998 und bis August 99) war bei fast jedem dritten tödlichen Unfall ein schwerer Lkw beteiligt.

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