"Neues Volksblatt" Kommentar: "Mein Name ist Hase" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 6. 6. 2000

Linz (OTS) - Er hat es ja nicht gewusst. Schließlich ist er ja
auch erst 40 Jahre alt. Und da kann man schließlich nicht wissen, dass "Unsere Ehre heißt Treue" frappant an die SS erinnert, die den Satz "Meine Ehre heißt Treue" vom Koppelschloss ihrer Uniformen prangen ließ. Er, das ist der neue niederösterreichische FPÖ-Chef Ernest Windholz, dem man zugute halten muss, dass er, auf die Parallelen angesprochen, sich von der NS-Herrschaft als "Verbrecherregime" distanzierte.

Bleiben also folgende Punkte: Erstens: Windholz, so sagt er, ist der SS-Spruch spontan eingefallen - ohne dessen Hintergründe zu kennen.

Zweitens: Es fällt auf, dass es immer wieder gerade FPÖ-Politiker sind, in deren Sprachgebrauch Bestandteile der NS-Diktion auftauchen.

Drittens: Es ist für Spitzenrepräsentanten der FPÖ offensichtlich nicht zwingend notwendig, ein bestimmtes Mindestmaß an historischer Bildung für ihr Amt mitzubringen. Auch der von der FPÖ immer wieder als intellektuelles Aushängeschild gepriesene Generalsekretär Peter Sichrovsky konnte verkünden, dass ihm die SS-Komponente des Spruchs "nicht bekannt" gewesen sei.

Auf FP-Chefin Susanne Riess-Passer wartet in vieler Hinsicht noch eine Menge Arbeit.

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