"Neue Zeit" Kommentar: "Alles klar?" (von Günther Gruber)

Ausgabe vom 6. 6. 2000

Graz (OTS) Die Reaktionen seiner Partei auf den skandalösen Ausspruch des neuen FPÖ-Landesobmannes in Niederösterreich waren in Hinblick auf die Politik der Freiheitlichen mindestens ebenso entlarvend wie der Satz selbst.

"Nach jedem Landesparteitag der FPÖ gibt es Ohrenzeugen, die etwas Unglaubliches gehört haben. Das gibt mir zu bedenken". (FP-Generalsekretärin Theresia Zierler im ORF-Morgenjournal). "Ich bin 40 Jahre alt. Mir war der Spruch in diesem Zusammenhang unbekannt". (FPÖ-Landesobmann Ernest Windholz über seinen "Spontan-Einfall").

"Ehre und Treue sind Primärtugenden, wie Liebe oder Anstand. Ich sehe nicht ein, dass man diese Begriffe wegschmeißen soll, weil sie in einer der verhängnisvollsten Epochen der Geschichte diskreditiert worden sind". (Ewald Stadler, FP-Landesrat in Niederösterreich). "Es kann keine schlechte Sache sein, wenn sich jemand zu Anständigkeit, Treue, Ehrlichkeit und Leistungsbewusstsein bekannt". (Jörg Haider, einfaches FPÖ-Parteimitglied und LH von Kärnten). "Ihre erste Reaktion der Ungläubigkeit habe sich darauf bezogen, dass ihr das Zitat im Gegensatz zu Ernest Windholz bekannt sei, stellte Zierler klar". (FPÖ-Pressedienst Stunden nach Zierlers erster Stellungnahme).

"Der SS-Spruch ist die Rutsche in die Hölle". (FPÖ-Delegierter, der nicht genannt werden wollte, beim Verlassen des Parteitages). Alles klar von wegen nie gesagt, nichts gewusst, nicht so gemeint?

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