Produktivitätsgewinne für die Textilindustrie

WIFO präsentierte Studie "Strukturwandel und Kooperation in textilen Netzwerken"

Bregenz (VLK) - Im Auftrag der Vorarlberger
Landesregierung, der Gesellschaft des Bundes für industriepolitische Maßnahmen und der Hypo-Landesbank
Vorarlberg hat das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) den Strukturwandel in der Textilindustrie sowie Kooperationsmöglichkeiten in textilen Netzwerken analysiert. "Trotz zahlreicher Unkenrufe hat sich
die Textilindustrie im vergangenen Jahrzehnt im
internationalen Wettbewerb ganz hervorragend behaupten
können. Nun gilt es, durch verstärkte Kooperation die
zweifellos vorhandenen Marktchancen noch konsequenter zu
nutzen", fasst Wirtschafts-Landesrat Manfred das Resumée der
Studie kurz zusammen. Die Ergebnisse der Studie wurden heute, Montag, vor Vertretern der Vorarlberger Textilwirtschaft präsentiert und der Öffentlichkeit vorgestellt. ****

Zielsetzung der Untersuchung war es, die Entwicklung der Textilindustrie in den 90er Jahren eingehend zu analysieren
sowie Merkmale und Besonderheiten der Textilindustrie,
insbesondere zur Entwicklung von Wertschöpfung und
Produktivität, aufzuzeigen. Darüber hinaus war es Aufgabe der Untersuchung, ausgehend von internationalen Beispielen für Kooperationsinitiativen in der Textilbranche Überlegungen für Strategien zur Kooperation in textilen Netzwerken
anzustellen.

Textilindustrie beweist Wettbewerbsstärke

Die Entwicklung der Textilindustrie in den 90er Jahren ist geprägt von der Liberalisierung des Marktzutritts, die den Strukturwandel deutlich beschleunigt hat. Eine weitere
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Textilindustrie - die
in Österreich, insbesondere aber in Vorarlberg nach wie vor
eine sehr bedeutende Stellung einnimmt - ist nur möglich,
wenn es gelingt, auf der Absatzseite neue Märkte zu gewinnen
und auf der Produktionsseite eine Steigerung der
Wertschöpfung durch steigende Produktivität zu erreichen.

Mit jährlich durchschnittlich 10 Prozent waren die Produktivitätsgewinne in der Textilindustrie gerade im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch und haben
gegen Ende der 90er Jahre knapp hinter den Niederlanden das zweithöchste Niveau innerhalb der Europäischen Union
erreicht. Die Produktivität der heimischen Textilindustrie
liegt rund 35 Prozent über dem EU-Durchschnitt und rund 17
Prozent über dem Durchschnitt der USA. Erfreulich ist, dass
die Produktivitätsgewinne primär auf eine Steigerung der Wertschöpfung zurückzuführen sind.

Die Orientierung auf neue, qualitativ hochwertige und spezialisierte Produkte sowie die Verlagerung
arbeitsintensiver Produktionsschritte ist der Hauptgrund für
die gute Entwicklung und stellt insgesamt eine gute
Ausgangsposition dar. Die Ausweitung des Absatzes ist aber
nur mit Einschränkungen gelungen. Hier sind Anpassungen erforderlich, um Marktanteilsverluste auf traditionellen
Märkten durch Konzentration auf neue Wachstumsmärkte
ausgleichen zu können. Ausgehend von der insgesamt positiven Wettbewerbssituation gilt es, durch verstärkte Kooperation
die zweifellos vorhandenen Marktchancen in diesen Segmenten
noch konsequenter zu nutzen.

Textile Netzwerke als Erfolgsfaktor für die Zukunft

Es war daher auch Aufgabe der Studie, die Möglichkeiten
textiler Netzwerke und deren Vorteile an Hand internationaler Beispiele aufzuzeigen. Diese Frage ist für die heimische Textilindustrie deshalb von besonderer Bedeutung, weil sich
nach wie vor rund ein Drittel der gesamten österreichischen Textilproduktion auf Vorarlberg konzentriert.

Kooperationen in textilen Netzwerken können vielseitig
sein, von der Zusammenarbeit im Exportgeschäft bis zum Aufbau umfassender Informationsknoten. Die Praxisbeispiele zeigen,
dass Kooperationen in Netzwerken zahlreiche Chancen eröffnen:
Größen- und Verbundvorteile in der Produktion, Vorteile in
der Abwicklung größerer Aufträge, Vertiefung der
Spezialisierung, schnellere Entwicklung und Bereitstellung
neuer Leistungen, flexible Anpassung des Angebotes.

Rund drei Viertel der im Rahmen der Studie befragten Textilunternehmen können auf Kooperationserfahrungen
verweisen und empfinden eine Vertiefung der Kooperation
überwiegend als wünschenswert. "Die Voraussetzungen für eine Verstärkung der Zusammenarbeit in textilen Netzwerken sind
damit in einem erfreulich hohem Ausmaß gegeben und werden mit
dazu beitragen, den anhaltenden Strukturanpassungsdruck
möglichst erfolgreich bewältigen zu können", ist Landesrat Manfred Rein überzeugt.
(ug,nvl)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (05574) 511-20136

Landespressestelle Vorarlberg

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVL/NVL