AK: Reiseveranstalter-Fusion schlecht für die Konsumenten

Wien (AK) - Als falsch und für die Konsumenten schlecht
kritisiert die AK die Fusion TUI - Touropa/Gulet, die vergangene Woche von der EU-Kommission genehmigt wurde. Drei von vier Österreichern, die eine Reise buchen, werden in Zukunft nur mehr zwei großen Reiseveranstaltern ausgeliefert sein. Aus dieser marktbeherrschenden Stellung der zwei Veranstalter droht den Reisenden die Gefahr steigender Preise und schlechterer Bedingungen. Dass die EU-Kommission die deutschen Reiseveranstalter einfach dem österreichischen Markt zugerechnet hat, geht nach Ansicht der AK an der Realität vorbei. Außer in Westösterreich sind überwiegend TUI, Touropa und Neckermann präsent und werden in Zukunft 75 Prozent des Marktes beherrschen. ****

Nach Ansicht der EU-Kommission soll durch die Fusion von TUI und Gulet-Touropa keine marktbeherrschende Stellung entstehen. Obwohl durch die Fusion TUI in Österreich Marktführer sein wird, sieht die Kommission ausreichenden Wettbewerb gewährleistet.

Die AK bezeichnet diese Entscheidung als falsch, sie geht an der Realität vorbei:
Der typische österreichische Verbraucher bucht in Österreich, reist im Regelfall auch mit einem österreichischen Veranstalter und einer österreichischen Reiseleistung und er beginnt seine Reise in Österreich.

Deutsche Reiseveranstalter haben lediglich in den Grenzregionen Salzburg und Tirol erwähnenswerte Marktanteile. In der Praxis entsteht nach Ansicht der AK eine marktbeherrschende Stellung: Drei von vier Österreichern werden entweder bei TUI oder bei Neckermann buchen müssen.

Die Aussendung von Fragebögen der EU-Kommission an Konsumentenvertreter, Reisebüros und Veranstalter war offenbar nur als Alibi-Aktion gemeint: Die AK kritisiert, dass die EU-Kommission die Bedenken der Konsumentenschützer, die ihnen im Fusionsverfahren mitgeteilt worden war, nicht berücksichtigt hat. Das ist besonders deshalb enttäuschend, weil die Kommission in einem vergleichbaren Verfahren die geplante Fusion First Choice/Airtours in Großbritannien untersagt hat. Diese hätte am britischen Markt zu einer kollektive Marktbeherrschung der drei größten Reiseveranstalter mit einem Marktanteil von 80 Prozent geführt. Die TUI-Touropa-Fusion wird den beiden großen Veranstaltern in Österreich (TUI/Touropa und Neckermann) 75 Prozent Marktanteil und damit eine marrktbehherrschende Stellung geben.

Die AK befürchtet nicht nur mögliche Preiserhöhungen, sondern auch, daß der Konsument künftighin bei der Geltendmachung von Ansprüchen den großen Veranstaltern ausgeliefert sein wird. Die AK mußte aus diesen Grund in den vergangenen drei Jahren bereits zweimal eine UWG-Klage gegen Gulet-Touropa einbringen: in beiden erreichte die AK einen gerichtlichen Vergleich, in dem sich das Unternehmen verpflichtete, für die Konsumenten irreführende Angaben zu unterlassen. Ins Schwitzen werden aber auch die österreichischen Reisebüros und andere kleinere Veranstalter kommen, befürchtet die AK.

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