Schöggl: Plattform evangelischer Christen gegen politisierende Kirchen

Wien, 2000-06-05 (fpd) - Der Sprecher der Plattform "evangelischer Christen", DI Leopold Schöggl meldete sich heute zum Thema "politische Orientierungshilfe" durch die christlichen Kirchen zu Wort. ****

Im Zusammenhang mit den Aussagen des Ökumenischen Rates der Kirchen ortete der freiheitliche Abgeordnete und Plattformsprecher eine zunehmende Verpolitisierung der Kirchen im Sinne von Parteipolitik. "Selbstverständlich haben die Mitglieder der Kirchen das Recht, ja sogar die Pflicht, politisch zu denken und zu handeln. Wir lehnen aber jede parteipolitische Aktivität der Kirchen ab und erwarten eine Äquidistanz zu allen politischen Parteien", meinte Schöggl.

Der "Handlungsspielraum" für die Kirchen, so Schöggl, sei ausreichend, und die Idee Wahlkämpfe von einer "Monitoring group" beobachten zu lassen, sei eine Anmaßung und gehe weit über die politische Verantwortung der Kirchen hinaus. Die von vielen, insbesondere linksideologisch geprägten Kirchenvertretern getroffene Einteilung: "Linksparteien und Teile der ÖVP (solange es sich nicht um Krenn Sympathisanten handelt) = Gut ; Freiheitliche = Böse" sei zurückzuweisen. Schöggl erinnerte in diesem Zusammenhang auch daran, daß die Linksparteien grundsätzlich klar atheistische Züge aufweisen würden.

Die Behauptungen des evangelischen Dogmatikers Ulrich Körntner, das FPÖ-Parteiprogramm enthielte Aussagen, die Nährboden für nationalistisches und fremdenfeindliches Gedankengut seien, wies der Abgeordnete auf das Schärfste zurück. "Wahrscheinlich hat Herr Körntner das Programm gar nicht gelesen und gibt unreflektiert ihm übermittelte Vorurteile wieder", sagte Schöggl.

Gegen die FPÖ zu sein, sei in den Kirchen derzeit anscheinend der "Mainstream", allerdings würden dadurch freiheitlich denkende und wählende Christen zunehmend diskriminiert und fühlten sich von ihrer Glaubensgemeinschaft ungerecht behandelt und ausgeschlossen", kommentierte Schöggl. In diesem Zusammenhang erinnerte Schöggl die christlichen Kirchen auch an ihre historische "Mitverantwortung, die bis heute ein schweres Erbe darstelle.

"Die christlichen Kirchen in Österreich werden als wichtige Partner in der Gesellschaftspolitik akzeptiert, solange keine Parteipolitik gepredigt wird. Wir wollen keine Wahlempfehlungen von der Kanzel mehr, dieses Kapitel sollte in Österreich aufgrund der historischen Erfahrungen abgeschlossen sein", schloß Schöggl. (Schluß)

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