Brauner bei Frauenausschuss des österreichischen Städtebundes

SPERRFRIST 14 UHR Sorge über politische Entwicklungen auf Bundesebene

Wien, (OTS) Am Montag tagt zum dritten Mal der Frauenauschuss des österreichischen Städtebundes und zum ersten Mal in Wien. Frauenstadträtin, Mag. Renate Brauner, nahm ihre Begrüßungsrede zum Anlass, auf das "weite Feld der Wiener Frauenpolitik" hinzuweisen und angesichts der aktuellen politischen Situation den Austausch über frauenpolitisch relevante Themen auf Ebene der Kommunalpolitik anzuregen. Als "Schwerpunkte der Wiener Frauenpolitik" skizzierte die Stadträtin die Fördertätigkeit des Frauenressorts in den Bereichen Arbeitswelt und Ausbildung, Kampf gegen Gewalt und für Migrantinnen. Hinzu kommen noch die Unterstützungen für Vereine und Organisationen, die in Fragen der Gesundheit, in der feministischen Forschung und in der Netzwerkarbeit tätig sind. "Erfreulich" ist für Brauner die Tatsache, dass das Förderbudget der Frauenabteilung in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert werden konnte, wenngleich sie einräumte, "dass es nie genug Geld und Ressourcen für eine fortschrittliche Frauenpolitik geben kann". Mit den 14 Millionen Schilling des Frauenbüros der Stadt Wien werden jährlich etwa 20 bis 25 Vereine unterstützt, die in Wien wertvolle Arbeit für Frauen leisten. Insgesamt 150 Mitarbeiterinnen arbeiten in diesen Einrichtungen, die zum Teil schon 20 Jahre lang bestehen, und können die stolze Zahl von 50- bis 60.000 Beratungskontakten im Jahr vorweisen. ****

Hinzu kommen, verdeutlichte Brauner in ihrer Rede, die rund
36 Millionen Schilling, mit denen die Stadt Wien die drei Wiener Frauenhäuser mit einer Beratungsstelle voll finanziert. "Wir sind sehr stolz, derzeit gerade an der Errichtung des vierten Wiener Frauenhauses zu arbeiten, das Ende des kommenden Jahres fertig gestellt sein wird. Damit werden wir als eine der ersten Städte Europas die vom Europarat vorgeschriebene Versorgung von einem
Platz in einer Schutzeinrichtung für Frauen je 10.000 Einwohner erfüllen", hob die Stadträtin hervor.

Zusätzlich zu den drei Schwerpunkten bekenne sich die Wiener Stadtverwaltung zum Grundsatz des Gender Mainstreaming. "Frauenanliegen und Fraueninteressen müssen in allen Feldern kommunalen Handelns ihren Platz finden", betonte Brauner. Als gute Beispiele nannte Brauner das Wiener Frauengesundheitsprogramm, das durch die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte umgesetzt wird, die Leitstelle für frauen- und alltagsgerechtes Planen und Bauen oder aber die frauenspezifischen Maßnahmen, die der Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds setzt.

Als Zuständige für Personalangelegenheiten in Wien nahm Brauner auch auf das Wiener Gleichbehandlungsgesetz bezug, dessen Umsetzung und Novellierung ihr "ein besonderes Anliegen, mit dem sich die Stadt Wien als Dienstgeberin zu einer aktiven Umsetzung
von Frauengleichstellung bekennt", sei.

Weiters machte Brauner die Delegierten des Frauenausschusses auf eine Initiative, "auf die wir besonders stolz sind", und die noch mehr als die anderen Arbeitsfelder auf der Ebene der Bewusstseinsbildung angesiedelt ist aufmerksam. Mit dieser Aktion "Frauen Sichtbar Machen" will das Frauenbüro der Stadt Wien die herausragenden Leistungen von Wienerinnen in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart aufzeigen. So wurden etwa zum Internationalen Frauentag zwei Bildbände, in denen an Frauen aus Architektur, Kunst, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft usw.
erinnert wird, veröffentlicht. Hierbei gehe es aber, so Brauner weiter, nicht allein darum, die Erinnerung zu bewahren, sondern
viel mehr darum, den Mädchen und Frauen von heute zu zeigen, dass sie großartige weibliche Vorbilder finden können. "’Frauen Sichtbar Machen’ ist sehr erfolgreich und entwickelt sich ständig weiter: mit Frauen, die wir durch Auszeichnungen der Stadt Wien ehren oder auch mit Straßenbenennungen nach weiblichen Persönlichkeiten", unterstrich Brauner.

Sorge über politische Veränderungen im Bund

All diese Errungenschaften seien, so die Stadträtin gegen
Ende ihrer Rede, "nicht so ohne weiteres geschehen, sondern nur durch die gute Grundlagenarbeit, durch große Beharrlichkeit und durch einen erklärten politischen Willen möglich geworden". "Besondere Sorge" bereitet Brauner im Augenblick daher nicht so
sehr die Situation in Wien, sondern, wie sich die Finanzierungssituation im Bund für die Frauenprojekte in Wien in Zukunft auswirken wird. Dass andere Länder und Gemeinde vor ähnlichen Problemen stehen, habe vor kurzem auch der Städtetag in Wels gezeigt. "Ich hoffe daher, dass sich die heutige Sitzung des Frauenausschusses des Städtebundes auch mit diesen Fragen auseinander setzen wird, und ich bin sicher, dass es hier möglich ist, auch verschiedene Projekte und Problemlagen gemeinsam zu besprechen, um allenfalls auch gemeinsame Strategien zu
entwickeln", regte Brauner abschließend an. (Schluss) kat

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