PBL (Project based learning) Neuer Lehransatz am TECHNIKUM WIEN

Wien (OTS) - "Technikum Wien" erprobt in dem Fachhochschulstudiengang ELEKTRONIK neuen Lehransatz / beste Bewährung in Holland und vielen anderen europäischen und außereuropäischen Ländern / Kooperation mit der Universität Maastricht / kaum in Österreich eingesetzt / Studenten werden zu selbständigem, eigenverantwortlichem Erarbeiten von Lehrinhalten angeregt / fächerübergreifende Themen / Arbeit im Team / Gruppenbeurteilung / neue Anforderungen an Lektoren - sie werden zu "Coaches"/ erste Ergebnisse sehr überzeugend / noch bessere Vorbereitung auf Praxis / ab Herbst 2000 Einsatz auf breiterer Basis.

1. Was ist PBL?

PBL= "Project based learning" ist eine aus den USA, und hier vor allem aus der Medizin, kommende Methode, welche die Studenten dazu anhält, große, im ersten Moment nicht klar erfaßbare Aufgaben in kurzer Zeit erfolgreich zu bewältigen.

Ursprünglich wurde die Methode dazu entwickelt, Ärzten in der Notaufnahme eines Krankenhauses fundierte Diagnosen an Patienten zu ermöglichen, die sich in einem kritischen Zustand befinden, oder möglicherweise nicht ansprechbar sind.

Die PBL Methode umfaßt 4 Schritte
1. Orientierung und Analyse (Diagnose)
2. Erarbeiten der Lösung (Festlegen der Behandlungsschritte)
3. Ausführen ("Behandeln")
4. Kommunikation (Weitergeben der Erkenntnisse, "Bericht")

Ganz wesentlich ist, daß die Fragestellung bei PBL sehr neutral in einem einzigen Satz formuliert wird, so wie der Arzt im Moment mit dem Bild des Patienten konfrontiert ist. Alle Abklärungen, Richtungsfestlegungen müssen dann von den Studenten selbst erarbeitet werden.

Die Themen sind bewußt so angelegt, daß sie sich nicht in ein Unterrichtsfach allein "hineinpassen". Es geht darum, daß die Studenten die Aufgabe als Herausforderung annehmen und systematisch, kreativ und konstruktiv an der Lösungsfindung arbeiten.

Die Lektoren stehen im Sinne eines Trainers für Fragen zur Verfügung, aber sie geben nicht die Richtung vor, sondern helfen den Studenten, durch gezielte Fragen und Feedback den richtigen Weg zu finden.

2. Erfahrungen im Ausland

Die PBL Methode hat von den USA aus ihren Siegeszug um die Welt angetreten: In Holland ist sie nicht nur fester Bestandteil der Ausbildung an den Universitäten (für die Methode hat man sogar den Jahresrhythmus der Ausbildung von Semestern auf Quartale umgestellt und die Lehrveranstaltungen rund um die Projekte gruppiert. Der Erfolg ist, daß z.B. an der Universität Maastricht die Studenten in 4 Jahren das gleiche Lehrziel erreichen, für das sie an einer anderen Uni 5 Jahre gebraucht hätten). In Österreich ist sie bisher kaum im Einsatz und so ist das Technikum Wien, um die Erfahrung aus Holland direkt nutzen können, eine Kooperation mit der Universität Maastricht eingegangen und hat, begleitet von einem Experten aus Maastricht, die Methode eingeführt.

3. Erfahrungen am Technikum Wien

So vorteilhaft und überzeugend die Methode auch ist, so stellt sie doch ganz andere Anforderungen an die Lektoren, die nunmehrigen "Coaches", und an die Studenten als der Alltagsbetrieb einer österreichischen Fachhochschule. Teamarbeit, Teambeurteilung, Aufgabenstellung in nur einem Satz, regelmäßige Treffen mit dem Coach" anstelle von "Übungen", sind für Studenten und Lektoren völlig neue Herausforderungen.

Deshalb wurde im laufenden Sommersemester zunächst ein Versuch mit 32 Studenten aus dem 6. Semester des Studienganges "Elektronik" gestartet, um einen direkten Vergleich ("Was bringt die Methode verglichen mit dem "traditionellen Vorlesungs-Übungs-Unterreicht"?") zu haben.

Bereits jetzt, noch vor Ende des Sommersemesters kann gesagt werden, daß die Methode sehr gut funktioniert. Natürlich hat es beim ersten Durchlauf Probleme und Stolpersteine gegeben, die aber in gemeinsamer Anstrengung von Studenten und "Coaches" gemeistert wurden. Deshalb wurde beschlossen ab dem kommenden Wintersemester PBL für alle Studenten des 5. und 6. Semesters einzuführen. Im Wintersemester werden die Studenten und Coaches an die Methode herangeführt, im Sommersemester (6.Semester) erleben sie Umsetzung im Rahmen der FH und dann im Praxissemester (7. Semester) gehen sie noch besser als bisher vorbereitet in die Betriebe hinaus. Dadurch daß die PBL Themen fächerübergreifend angelegt sind, haben die Absolventen "vernetztes Denken", das gleichzeitige Berücksichtigen von Faktoren technischer, wirtschaftlicher oder kommunikativer Art, nicht nur im Hörsaal vermittelt bekommen, sondern auch in der Realität erprobt.

Weitere Informationen :
Dipl.-Ing. Dr. Kurt WOLETZ .... Email: woletz@fhe.tgm.ac.at

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