"Neues Volksblatt" Kommentar: "Streik" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 5. Juni 2000

Linz (OTS) - Die Menschen werden immer älter, die Ausbildungszeit wird immer länger, die Pensionszeit ebenfalls, die Geburtenzahlen gehen dramatisch zurück. Alles zusammen hat zur Folge, dass immer mehr Pensionisten immer weniger Berufstätigen gegenüberstehen. Dass das auf Dauer nicht so weitergehen kann, liegt auf der Hand. Doch die sozialistischen Eisenbahn-Gewerkschafter drohen mit Streik, weil sie künftig nicht mehr mit 53 in Pension gehen dürfen.

Dass diese geringfügige Beschneidung eines Privilegs angesichts der gewaltigen Pensionsprobleme nur ein Scheinargument sein kann, um die ungeliebte ÖVP-FPÖ-Regierung in Schwierigkeiten zu bringen, liegt auf der Hand. Kein Mensch kann so verbohrt sein, dass er nicht die Notwendigkeit von Solidaritätsaktionen der Jugend gegenüber erkennt. Jede Gruppe muss ihren Beitrag leisten. Warum gerade die Eisenbahner vom gesellschaftlichen Wandel unberührt bleiben sollen, konnten bisher nicht einmal ihre Gewerkschafter plausibel erklären. Das Einzige, was man von ihnen hört, ist die Streikdrohung. Die Sanktionen der EU-14, von denen sie sich so viel versprochen haben, sind für die Sozis zum Rohrkrepierer geworden. Wir werden sehen, was die Österreicher von mutwilligen Streiks halten!

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS