WELTUMWELT: GLAWISCHNIG APPELLIERT AN MINISTER MOLTERER Grüne fordern Umweltgarantie für vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten und eine Milliarde für den Naturschutz

Wien (OTS) Einen eindringlichen Appell richtet die Uweltsprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, anläßlich des morgigen Weltumwelttages an den Umweltminister: "Molterer hat sich zwar auf der letztwöchigen WWF-Umweltshow massiv für den Artenschutz ausgesprochen, gemessen an konkreten Taten schaut seine Naturschutzbilanz aber bisher traurig aus." Zahlreiche Großprojekte bedrohen die wertvollsten Naturlebensräume Österreichs. Darunter allein elf Straßenprojekte, die viele Tier- und Pflanzenarten an den Rand des Aussterbens drängen würden: Die Lobauautobahn durch den größten Auwald Österreichs, die Neusiedlerseeautobahn durch den Schilfgürtel des internationalen Vogelparadieses bzw. durch das Leithagebirge oder die Spange Kittsee (B50) im Bereich Parndorfer Platte/Haidboden, Internationales Großtrappengebiet.Daß

"Dass Molterer in Umweltbelangen bisher leider auf der falschen Seite steht, wurde erst vor wenigen Tagen neuerlich deutlich, als der Verwaltungsgerichtshof den Wasserrechtsbescheid für die Steirische Ennstrasse wegen gravierender Rechtsverfehlungen aufhob. Molterer hatte den unter Rechtsbeugung zustandegekommenen Bescheid der steirischen Landersregierung gedeckt, um so den Weg für das naturzerstörerischen Strassenprojekt freizumachen", bedauert Glawischnig und verweist, daß dadurch eine der letzten großen Populationen des Wachtelkönigs zum Opfer fallen würde. Das Steirisches Ennstal ist das letzte inneralpine Vorkommen des Wachtlkönigs. "Insgesamt sind in Österreich 67.000 Tier- und Pflanzenarten akut bedroht. Die sogenannten 'roten Listen' gefährderter Pflanzen und tiere wird auch in
Österreich von Jahr zu Jahr immer länger. Hier ist Handlungsbedarf angesagt und weniger pr-Show ohne Taten".

Glawischnig fordert für die vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten eine Umweltgarantie von Minister Molterer: Ein Stopp aller naturzerstörischen Projekte, eine Milliarde für den Naturschutz in Österreich, eine rasche Erweiterung der EU-Naturschutzgebiete in Österreich um rund 50 höchst wertvolle Flächen und die Verlagerung Grundsatzkompetenz für den Naturschutz an den Bund. Glawischnig kritisiert, dass Internationale Abkommen (z. B. Ramsar-Abkommen) und EU-Naturschutzrichlinien (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) in Österreich nicht bzw. nur mit großer Verzögerung umgesetzt werden."Die finanziellen Mittel sind lächerlich gering. Die gesamten Naturschutzauf-wendungen (Naturschutzbudget der Länder + Nationalparkmittel) belaufen sich 1999 auf ganze 405 Millionen öS. Lediglich 32 Millionen davon werden für den Schutz bedrohter Tier-und Pflanzenarten aufgewendet", schließt Glawischnig.

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