"profil": BA klagt Ex-Manager

BA wirft Mittag-Lenkheym und O"Dowd Untreue und Veruntreuung vor - Mittag-Lenkheym: "Absurde Vorwürfe"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner
Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat die Bank
Austria (BA) in New York Klage gegen die am 13. März
gekündigten früheren Leiter ihrer US-Filiale, Martin Mittag-Lenkheym und Dennis O"Dowd, eingebracht.

Die Bank bezichtigt die Manager unter anderem der
Untreue und Veruntreuung. Zitat aus der "profil"
vorliegenden Klagsschrift vom 28. April: "Im Vordergrund
stand die persönliche Bereicherung unter Missachtung der
Sorgfalts- und Aufsichtspflichten. Dies erfolgte im
wesentlichen durch den Einsatz und Missbrauch von nicht autorisierten Bonifikations-Programmen."

Demnach sollen sich Mittag-Lenkheym und O"Dowd über
Jahre hinweg hohe Erfolgsprämien ausbezahlt und der Bank
zugleich hochriskante Finanzierungen aufgebürdet haben.
Für 1999 musste die BA in den USA Risikovorsorgen in der
Höhe von 1,5 Milliarden Schilling bilden. 2000 kündigt sich
ein ähnlich hoher Vorsorgebedarf an.

In einem Interview mit "profil" nimmt Martin Mittag-
Lenkheym jetzt erstmals Stellung zu seiner Kündigung, den
gegen ihn erhobenen Vorwürfen und den in den USA
eingetretenen Verlusten. Mittag-Lenkheym gegenüber
"profil": "Diese Vorwürfe entbehren jeder Grundlage. Das
weiß auch die Bank Austria. Unsere Erfolgsprämien wurden
nicht nur ausdrücklich genehmigt, sie wurden auch laufend
von internen und externen Revisoren überprüft. Unsere
Organe waren zu jedem Zeitpunkt darüber informiert."

Der Ex-BA-Manager dementiert zudem nachdrücklich, unverhältnismäßig hohe Risikopositionen in den USA
aufgebaut zu haben. Mittag-Lenkheym: "Wir haben immer
sehr genau geprüft, ob eine Firma den Kredit
ordnungsgemäß bedienen und rückführen kann. Unsere
Kunden hatten nicht allesamt Triple-A-Bonität, dafür war
der Ertrag entsprechend höher. Und wir waren der
Annahme, das Risiko richtig beurteilen zu können. Die Jahre
1993 bis 1998 haben uns auch voll rechtgegeben."

1999 sei es in den USA trotz der Vorsichtsmaßnahmen zu
unerwarteten Ausfällen gekommen, weshalb der
Vorsorgebedarf sprunghaft angestiegen sei und der Bank
ein "Nullsummenjahr" in Übersee beschert habe. Dafür
übernehme er, Mittag-Lenkheym, auch die Verantwortung:
"Ich bin mir ihrer voll bewusst und trage sie auch."

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