Schlingensief-Aktion findet neben der Wiener Staatsoper statt.

Provokante Töne Schlingensiefs gegen FPÖ ("Brunnenvergifter") und Schüssel ("Hochverräter").

Wien (OTS) - Im neuen FORMAT bestätigt Regie-entfant-terrible Christoph Schlingensief, daß seine schon im Vorfeld umstrittene Festwochen-Aktion, die als bitterböse "Big Brother"-Parodie geplant ist, von 11. bis 17. Juni neben der Wiener Staatsoper stattfinden wird: "Der Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, hat seine Bedenken gegenüber der Aktion zurückgezogen. Und Luc Bondy hat sich persönlich mit Bezirksvorsteher Schmitz getroffen."

- Schlingensief im neuen FORMAT zu seiner Aktion: "In einem Container werden zwölf Ausländer sein, dazu noch Minderheiten, Behinderte und Obdachlose, Randgruppen, die unter einer Pauschalentsorgung für ein sauberes Österreich weg müßten, wenn es nach dem Willen einiger Leute ginge. Oder zumindest in Täler, wo man sie nicht sieht. Jede Person hat eine Nummer, und die österreichische Bevölkerung kann sie per Internet oder Telefon rauswählen aus dem Land."

- Schlingensief zur FPÖ, deren Wiener Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner ein Verbot der Schlingensief-Aktion forderte: "Was die FPÖ angeht, bin ich absolut auf der Seite aller europäischer Staaten. Diese Partei stellt mit ihren Äußerungen und ihrem ganzen Dreck, den sie fabriziert, eine europäische Vergiftungsanlage dar. Sie ist ein Brunnenvergifter und wird ihren Absterbensprozeß selber erleben. Den werde ich durch meine Arbeit beschleunigen. Wir werden dafür sorgen, daß diese Leute nicht an alle Brunnen rankommen."

- Schlingensief über die neue Regierung: "Weil wir nicht doof sind, und die Bevölkerung auch nicht, können wir diagnostizieren, daß es Krankheitssymptome gibt bei der FPÖ und auch bei der ÖVP, die zwangsläufig zu einer Selbsttötung führen. Es handelt sich um einen Krankheitsprozeß wie in einem Körper, der innen von Metastasen zerfressen ist. Der wird sich selber auflösen. Wir müssen auf die Krankheit hinweisen, die FPÖ zu einer Reaktion zwingen, sodaß sie ihr wahres Gesicht zeigt. Diese Meldung von der FPÖ-Tante (Anm.:
Unterreiner), man müsse die Freiheit der Kunst jetzt in ihre Grenzen weisen, ist schon ein Irrwitz."

- Schlingensief über die Grazer Inszenierung "Freiheit für alles", bei der er von Schauspielern den Satz "Tötet Wolfgang Schüssel" skandieren ließ: "Wenn im Theater, diesem schlaffen Haufen, jemand etwas ruft, wird sicherlich keine Weltrevolution ausbrechen. Da hat Herr Haider wesentlich öfter zum Mord aufgerufen."

- Schlingensief über Wolfgang Schüssel: "Ich glaube, daß er zu Hause heult, jedenfalls sehen seine Augen so aus. Sein Traum vom Bundeskanzler ist zwar in Erfüllung gegangen, aber er wird in der Welt als Idiot angesehen. Nach seinem Rücktritt, und der ist bald, wird das richtige Leid ausbrechen. Das ist ein irreparabler Schaden, wie wenn man sich aus dem dritten Stock wirft, dann unten noch weiterrobbt und sich fragt: Mein Gott, warum bin ich aus dem dritten Stock gesprungen? Dieser Totalschaden wird ihm erst nach der Entlassung aus der Klinik bewußt werden. Obwohl ich ihn als Hochverräter sehe, tut er mir leid. Während Haider ein Feind ist, für den ich kein Mitleid habe. Aber Schüssel wird der Schmerz noch verzehren. Diese lächerliche Figur zu verdauen, wird sein Leben kosten.

- Und Schlingensief über Klaus Bachler, Gerard Mortier und Claus Peymann: "Er (Anm.: Bachler) ist politisch korrekt und kann immer noch in den Notausgang abtauchen. Dagegen wäre Peymann jetzt in Wien das Spannendste überhaupt. Er würde nicht das falsche Spiel von politischer Korrektheit spielen, sondern sein Maul aufreißen und in die Scheiße reinrennen. Bachler läßt die Demonstranten kurz rein, die können rumplärren und gehen hinten wieder raus. Das ist bei Mortier und Baumbauer in Salzburg noch schlimmer, die versuchen, sich auf allen Seiten abzusichern, damit ihr schöner Job erhalten bleibt. Peymann hingegen hätte schon drei Verfahren und dreißig Schlägereien hinter sich."

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