DER STANDARD bringt in seiner Samstag-Ausgabe einen Kommentar über den Vorstoß der EU-14, sich mit Österreich in der Frage der Sanktionen zu einigen und die Reaktionen auf unseren Bericht:

"Schüssel wies Geheimangebot der Partner zu Santktionen ab: Erschienen:03.06.2000

Wien (OTS) - Der Vorschlag lebt
Gerfried Sperl

3, Der Bericht des Standard, wonach Bundeskanzler Wolfgang Schüssel es abgelehnt habe, eine "Beobachtung" Österreichs durch die EU zu akzeptieren, hat am Freitag viel Staub aufgewirbelt. Die meisten Dementis konzentrierten sich aber auf einen Nebenaspekt des Berichts. der Standard schrieb, die Vierzehn hätten einen Emissär ausgeschickt, einen Sendboten, der Schüssel einen Vorschlag übermittelt habe. In diesem Punkt war der Bericht tatsächlich ungenau: Diesen Boten hat es nicht gegeben.

Wohl aber den Vorstoß, sich mit Österreich auf ein Szenario des Ausstiegs aus den Sanktionen zu einigen - basierend auf einem österreichischen Vorschlag, dessen Existenz sogar von der portugiesischen Präsidentschaft bestätigt wird. Hatte doch die Außenministerin höchstselbst nach dem Gipfel auf den Azoren die Variante des "Monitoring" als positives Signal betrachtet.

Ferrero-Waldners Rechnung aber erfolgte, wie so oft im Regierungslager, ohne den Wirt. Ob nun Jörg Haider dahinter steckt, die Vizekanzlerin oder ein Minister, das ist einerlei. Ziemlich sicher ist, dass die FPÖ der ÖVP den Ausstieg via EU- Beobachtung vermasselt hat. Und Schüssel wollte möglicherweise keinen Koalitionskrach.

Auch die Berliner Tageszeitung Die Welt publiziert in ihrer Samstagausgabe einen inhaltlich nahezu deckungsgleichen Artikel, der mit der Feststellung beginnt: "Die Lockerung der Österreich-Sanktionen rückt in weite Ferne." Da Die Welt sicherlich kein Kampfblatt gegen die Wiener Regierung ist, geht die Beschuldigung des Ballhausplatzes, der Standard habe den Text "frei erfunden", ins Leere.

Dass man die Sanktionen freilich ohne Beobachtung aufheben könnte, wäre gescheit. Ist aber politisch unrealistisch.

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