Kulturstadtrat Marboe zur Kritik der Grünen Stadträtin Huemer

Wien, (OTS) Der Appell der Grünen Stadträtin Dr. Friedrun Huemer hat etwas Rührendes, fast so, als ob an Ihr die Zeiten der einschneidenden Reformen der letzten Jahre spurlos vorüber
gegangen wären. Noch dazu, wenn sie von jemanden kommen, die der Bestellung Luc Bondys so kritisch und ablehnend gegenübergestanden ist, meinte Kulturstadtrat Peter Marboe am Freitag.

Die Nichteinmischung in künstlerische Angelegenheiten ist
doch eine Selbstverständlichkeit, sie wurde auch vertraglich in unmissverständlicher Weise formuliert.

Wie oft habe ich, gerade auch in Ihrer Anwesenheit, gesagt, dass Kunst provozieren darf (wenn auch nicht muss). Was ich, fast möchte ich sagen, amüsant finde, ist dann der meistens empfundene Ärger der Provokateure, wenn die Provokation auf fruchtbaren Boden fällt. Außerdem ist es das Recht jeder Bürgerin und jedes Bürgers, angesagte Provokationen als langweilig zu empfinden, wenn sie
nicht glücken.

Einmal mehr geht StR. Huemer am Thema vorbei: ich habe keineswegs zum kommenden Event Stellung genommen, sondern mir nur aus der Kenntnis der letztjährigen Projekte Schlingensiefs gewünscht, dass sie nicht zu sehr aus dem hohen künstlerischen Anspruch der Wiener Festwochen herausfallen.

Die Grüne Politikerin müsse doch endlich verstehen, dass man nicht jede persönliche Meinung ab- oder aufgeben muss, um konsequente und freie Kulturpolitik zu machen. Gerade in einem solchen Spannungsfeld, weil es sonst ganz einfach wäre, zeigt es sich, ob man seinen politischen Prinzipien treu bleibt: es wird,
so wie auch jetzt, künftig hin keine Vorzensur, keine Vorverurteilung und auch keinen Eingriffsversuch in die künstlerische Autonomie der Wiener Festwochen oder sonstiger Kultureinrichtungen geben, betonte Marboe.

Wenn man, so durchschaubar von links und gleichzeitig so entlarvend von rechts, kritisiert wird, dann hat man als Vertreter eines offenen urbanen Weltbildes und des klaren Bekenntnisses zur Freiheit der Kunst das gute Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. (Schluss) bm

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