Der Mensch ist immer Mitmensch Stacher verabschiedet sich als Präsident des Wiener Roten Kreuzes

Wien (OTS) - "Medizin ist eine soziale Wissenschaft und Politik
ist Medizin im Großen", dieser Gedanke des deutschen Arztes und Politikers Rudolf Virchow leitet Univ.-Prof. Dr. Alois Stacher durch jenes halbe Jahrhundert, in dem er nun schon in Wien tätig ist. Als international anerkannter Experte für Blutkrankheiten verfasste er zwei Dutzend wissenschaftliche Bücher und veröffentlichte hunderte wissenschaftliche Beiträge. Noch heute spricht er mit einem tiefen Gefühl voll berührender Fürsorge über das Schicksal schwerkranker Patienten, die er vor mehr als dreißig oder vierzig Jahren behandelt hat.

Rund anderthalb Jahrzehnte (1973 - 1989) war Stacher Mitglied der Wiener Landesregierung und damit - wie ihn der damalige Bürgermeister Dr. Zilk bezeichnete - "ein legitimer Nachfolger des Wiener Gesundheitspolitikers Julius Tandler". Not, Krankheit und Leid kannte Stacher, der im zweiten Weltkrieg schwer verwundet worden war, aus eigener Erfahrung.

Der Rotkreuz-Grundsatz der Menschlichkeit mag Stacher dazu veranlasst haben, neben seinen vielfältigen Aufgaben als Arzt, Wissenschafter und Politiker vor einem Vierteljahrhundert die Wahl zum Präsidenten des Wiener Roten Kreuzes anzunehmen (Stacher wurde 1974 zum Vizepräsidenten und 1976 zum Präsidenten des Wiener Roten Kreuzes gewählt und ist seit 1984 Vizepräsident des Österreichischen Roten Kreuzes).

Hilfe in der Not kennt keine Unterschiede

Durch Stachers persönlichen Einsatz - auch bei der Auswahl der Führungspersönlichkeiten des Wiener Roten Kreuzes - war die Ära Stacher für das Wiener Rote Kreuz ein Vierteljahrhundert der ständigen Aufwärtsentwicklung zum Wohl kranker, hilfsbedürftiger und sozial benachteiligter Menschen in Wien:

- Ausbau des Krankentransport- und Rettungsdienstes (die Wiener Rotkreuz-Fahrzeuge legen im Jahr mehr als 3 Millionen Kilometer zurück).

- Aufbau der ganzheitlichcn Betreuung daheim im Rahmen der Gesundheits- und Sozialdienste (GSD) durch pflegerische, soziale und hauswirtschaftliche Tätigkeiten sowie Zustellung von "Essen a la carte" und Schaffung grätzlnaher Organisationseinheiten als Rot-Kreuz-GSD-Sprengel.

- Entwicklung eines Katastrophenhilfsdienstes, der - auch in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen - den Opfern von Naturkatastrophen, Großunfällen, technischen Störfällen und politischen Auseinandersetzungen grenzübergreifend Hilfe bringen kann.

- Dotierung eines Spontanhilfefonds, aus den Menschen, die in Wien unverschuldet in Not geraten sind, Unterstützung geboten werden kann.

- Schaffung eines arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Zentrums mit einer Abteilung für Arbeitspsychologie als Beitrag zur Gesunderhaltung der arbeitenden Menschen.

- Bau zeitgemäßer Räumlichkeiten für den Rettungs- und Sozialdienst sowie Aufbau eines Ausbildungszentrums mit der San Arena, in der den TeilnehmerInnen an speziellen Erste Hilfe-Kursen praxisnahe Übungsmöglichkeiten geboten werden können.

- Ausweitung der Zahl der Bezirksstellen auf fünf, damit die 600 Wiener Rotkreuz-Freiwilligen ihre Dienste mögichst bevölkerungsnahe erbringen können.

- Gründung eines Forschungsinstitutes, das sich in Form wissenschaftlicher Projekte um die Bedürfnisse jener Menschen kümmert, die als Opfer der Leistungsgesellschaft (Langzeitabeitslose, chronisch Kranke, Randgruppen ... ) auf der Strecke bleiben.

Univ.-Prof Dr. Stacher, der im Februar 2000 sein 75. Lebensjahr vollendete, wollte die Leitung des Wiener Roten Kreuzes deswegen den Händen seines Nachfolgers übergeben, weil er als Präsident der "Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin" - die 1988 auf seine Initiative gegründet worden war - mehr Zeit für einschlägige wissenschaftliche Arbeiten aufbringen möchte. Von den Delegierten der Generalversammlung wurde Univ.-Prof. Stacher zum Ehrenpräsidenten des Wiener Roten Kreuzes gewählt.

Von den Delegierten der 39. Generalversammlung des Wiener Roten Kreuzes wurden am 30. Mai 2000

Rechtsanwalt Dr. Gustav Teicht zum Präsidenten
sowie
Dr. Karl Skyba,
Generaldirektor der Wiener Stadtwerke,
Univ.-Prof. Dr. Heinz Weber,
Kardiologe,
und
Prof. Günter Kodek,
Unternehmer und Autor,
zum Vizepräsidenten des Wiener Roten Kreuzes gewählt.

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