ÖGB-Csörgits: Drei Jahre Karenz - drängen Frauen aus Arbeitsmarkt

ÖGB-Frauen fordern einkommensabhängiges Karenzgeld

Wien (ÖGB). "Eine Verlängerung der Karenz auf drei Jahre ist ein weiterer Schritt, der Frauen aus dem Arbeitsmarkt drängen wird", betonte heute ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits. Schon bei der derzeitigen Regelung, schafft mehr als ein Drittel der Frauen den Wiedereinstieg nach der Karenz nicht mehr.++++

Zu diesen undurchdachten Plänen, so Csörgits, käme von den ÖGB-Frauen ein klares Nein. Schon heute sind WiedereinsteigerInnen mit besonders vielen Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt konfrontiert. Durch die Erwerbsunterbrechung sind berufliche Qualifikationen veraltet und durch eine sehr kurze Behaltefrist von vier Wochen nach der Karenz, bestehen kaum Chancen sich wieder einarbeiten zu können. Die Folgen seien der Verzicht auf Erwerbstätigkeit oder das Abdriften in atypische Jobs.

Gleichzeitig fehlen vor allem im ländlichen Bereich ausreichende und bedarfsorientierte Kinderbertreuungseinrichtungen, die eine Berufstätigkeit der Frauen unterstützen würden. Ein zusätzliches Jahr Karenz, bedeute das endgültige Aus für Frauen am Arbeitsmarkt. Dieses Vorhaben zeige einmal mehr, die Ideologie der Regierung, die nichts anderes im Sinn hat, Frauen wieder heim an den Herd zu drängen.

Von "kompletter Fehlinformation" sprach Csörgits, dass Bundesländer in Zukunft ein Überangebot an Kindergärten haben werden. "Das Gegenteil ist Realität. Viele Frauen können keine Erwerbstätigkeit annehmen, weil das Betreuungsangebot komplett fehlt, oder unzureichend ist", unterstreicht die ÖGB-Frauenvorsitzende.

Csörgits abschließend: "Statt reaktionäre Maßnahmen zu setzen, fordern die ÖGB-Frauen ein einkommensabhängiges Karenzgeld, ausreichende und bedarfsorientierte Kinderbetreuungseinrichtungen, eine Ausweitung des Kündigungsschutzes nach der Karenz auf 26 Wochen sowie einen Rechtsanspruch auf Teilzeit für bestimmte Lebensphasen mit Rückkehrrecht auf einen Vollzeitarbeitsplatz. Diese Forderungen hätten emanzipatorischen Wert und würden den Wünschen der Frauen nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie entsprechen." (bfm)

ÖGB, 2. Juni 2000
Nr. 450

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