ARBÖ: Sommerreiseverordnung des Infrastrukturministeriums bedeutet Verschlechterung der Verkehrssicherheit

Wien (ARBÖ) - Die Megastaus und zahlreichen Verkehrsunfälle am gestrigen Feiertag lassen für den bevorstehenden Pfingst- und Sommerreiseverkehr Schlimmes erahnen. Nach Ansicht des ARBÖ wurde dadurch deutlich, wie wichtig - aus Gründen der Verkehrssicherheit - die Vorverlegung der Beginnzeit des Wochenendfahrverbotes für
den gesamten Schwerverkehr wäre.

Der derzeit vom Infrastrukturministerium ausgesendete Entwurf für eine Sommerreiseverodnung ist nach Meinung der ARBÖ-Verkehrsexperten im Interesse der Kraftfahrer und
Verkehrssicherheit nicht ausreichend. Der ARBÖ hat dazu seine Stellungnahme und Vorschläge bereits dem Infrastrukturminister übermittelt.

Bisher hat das Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr
in den vergangenen Jahren eine Ferienreiseverordnung erlassen, welche im Jahr 1999 bereits eine zeitliche Erstreckung über 12 Wochen aufwies.

Die nun im Entwurf vom Infrastrukturministererium vorliegende "Sommerreiseverordnung 2000" beschränkt sich auf neun Samstage, an denen in der Zeit von 8 bis 15 Uhr - zusätzlich zum bestehenden Wochenendfahrverbot ein Fahrverbot - mit Lastkraftwagen oder Sattelkraftfahrzeugen mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen und von Lastkraftwagen mit Anhängern, bei
denen die Summe der höchstzulässigen Gesamtgewichte beider Fahrzeuge mehr als 7,5 Tonnen beträgt, auf bestimmten Strecken verordnet wird.

Welche Gründe sprechen dafür, dass nunmehr die Samstage am 24. Juni sowie am 2. und
9. September nicht erfasst werden? Sind die Unterlagen eindeutig, dass an diesen Wochenenden kein gleichartig zu beachtender Urlaubsreiseverkehr stattfindet? Eine Darstellung des ARBÖ über die Ferienzeiten in den Nachbarstaaten findet man unter der APA OGS-Grafik "Ferienkalender 2000" vom 03.11.1999. Denn an den von
der Sommerreiseverordnung nicht erfassten Wochenenden wird von den ARBÖ-Verkehrsexperten ebenfalls starker Reiseverkehr bzw. Rückreiseverkehr erwartet.

"Damit wird die Zielsetzung der bisherigen
Ferienreiseverordnung zur Verlängerung des Wochenendfahrverbotes
im erforderlichen Umfang nicht Rechnung getragen. Mit dem Entwurf der Sommerreiseverordnung erfolgt eine Verschlechterung der Verkehrssicherheit und dem erhöhtem Stau- und Unfallrisiko an drei Wochenenden wird nicht entgegengewirkt", kritisiert ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar.

Im vergangenen Jahr hat der Brand im Tauerntunnel in weiterer Folge zur Verlagerung des Verkehrs auf bestimmten Strecken
geführt. Der damalige Verkehrsminister für Wissenschaft und Verkehr hat die Ferienreiseverordnung durch ein Fahrverbot für den gefährlichen Gütertransport, jeweils ab Freitag, 13 Uhr beginnend über das gesamte Wochenende, erweitert. Im Hinblick auf die Sanierung des Tauerntunnels und die Verteilung der Verkehrsströme ist dieses zeitliche Ausmaß in vollem Umfang nicht mehr erforderlich.

Der ARBÖ regt jedoch an, dass der Transport gefährlicher Güter zumindest in den Nachtstunden ab Samstag, 0 Uhr, zur Verminderung der Gefahren im Ferienreiseverkehr untersagt wird. Die Verkehrsströme aus unseren Nachbarstaaten beginnen bereits in den Nachtstunden, eine Vermischung mit dem gefährlichen Gütertransport stellt ein großes Risiko dar.

Der ARBÖ fordert daher zusätzlich:
* Verlängerung der Wirkungszeit der Sommerreiseverordnung von 24. Juni bis 9. September, das sind weitere drei Wochenende.
* Verlängerung der Fahrverbote bezogen auf den gefährlichen Gütertransport für die Zeit jeweils ab Samstag, 0 Uhr bis 8 Uhr.
* Aufnahme der Südautobahn A2 und der Pyhrnautobahn A9 mit deren gesamten Verlauf.
Siehe dazu auch die APA OGS-Grafik "Lkw-Fahrverbote" vom
11.04.2000.

Im Zusammenhang mit der Sommerreiseverordnung sollte nach
Meinung der ARBÖ-Verkehrsexperten auch die Tonnageregelung beim Wochenendfahrverbot überdacht werden. Es ist nicht einzusehen,
dass Frächter aus Ungarn, Tschechien oder der Slowakei im Konvoi mit vier Einheiten unter 7,5 Tonnen höchst zulässigem Gesamtgewicht Woche für Woche die Westautobahn und Südautobahn befahren und damit die Wirksamkeit des allgemeinen Wochenendfahrverbots unterwandern.

"Die Entflechtung des Verkehrs und die Erhöhung der Verkehrssicherheit sind jene Grundsätze, die zum Wochenendfahrverbot geführt haben. Durch diese Unterwanderung mit geringer Tonnage, jedoch größerer Stückzahl an Lastkraftwagen, wird die Wirkung der Zielsetzung herabgemindert", gibt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Hellar zu bedenken.

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