AK Kritik: Konsumentenschutz bei Schmuck soll fallen

Wien (OTS) - Die AK kritisiert, dass Konsumenten künftig über die Echtheit eines Schmuckstückes keine Sicherheit mehr haben werden. Der Finanzminister plant, die amtliche Punzierung beim Schmuck aufzulösen. Statt dessen sollen die Unternehmer dem Schmuckstück selbst einen Stempel verpassen. Es zeigt sich, dass die Selbstvergabe derartiger Zeichen durch die Hersteller unbefriedigend ist, sagen die AK-Konsumentenschützer. Finanzminister Grasser soll daher an der bewährten amtlichen Punzierung festhalten und seinen Plan überdenken, fordert die AK. ****

Österreich gehört zu jenen EU-Ländern, in denen der verkaufte Schmuck aus Silber, Gold oder Platin eine amtliche Punze tragen muss. Diesen staatlichen Schutz gibt es seit über 200 Jahren. Die Konsumenten haben damit die Sicherheit, dass ein Edelmetall-Schmuckstück auch tatsächlich aus diesem Edelmetall ist, und für die Branche insgesamt ist damit ein hohes Qualitätsniveau garantiert, meinen die AK-Konsumentenschützer.

Dass auch wirklich alles Gold ist, was glänzt
Finanzminister Grasser plant nun ab dem Jahr 2001 diesen traditionellen Konsumentenschutz bei Schmuck zu kippen. Künftig sollen nämlich die Unternehmer selbst punzieren können. Die AK-Konsumentenschützer sehen solche Eigenzertifizierungen als problematisch an, weil die Konsumenten hier nicht sicher sein können, ob damit tatsächlich die Echtheit des Schmuckstückes garantiert ist. Das ist bei der amtlichen Prüfung, die durch die Punze dokumentiert wird, der Fall.

Ganz generell hat sich nämlich bisher gezeigt, dass die Selbst-Vergabe von Zeichen durch die Hersteller unzufriedenstellend ist. Ein Beispiel dafür ist das CE-Zeichen, das die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften bestätigen soll. Schwedische Untersuchungen bei Spielzeug ergaben, dass 30 Prozent und mehr der Produkte nicht den Normen entsprachen, obwohl gerade dies das CE-Zeichen dem Konsumenten anzeigen sollte.
Diese schlechten Erfahren bei vergleichsweise preiswerten Produkten lassen beim weitaus wertvolleren Schmuck Schlimmes befürchten, so die AK-Konsumentenschützer.

Übrigens halten andere EU-Länder mit traditioneller staatlicher Punzierung - wie Frankreich oder Großbritannien - an diesem System fest. Denn die Konsumenten wollen gerade bei Edlemetallwaren Sicherheit und den besten Schutz, betonen die AK-Konsumentenschützer.

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