Koronare Herzkrankheiten 2 - Operationsroboter ermöglicht "Knopfloch-Chirurgie"

Bisher 500 Eingriffe weltweit mit "da VinciTM" -

Wien (OTS) - Totalendoskopische Bypass-Operationen sind nun möglich =

Mit der Einführung des "da
VinciTM-Operationsroboters steht Herzchirurgen ein neues Werkzeug zur Verfügung, welches das Spektrum der minimalinvasiven Operationstechniken ("Knopfloch-Chirurgie") erweitert und totalendoskopische Operationen am Herzen ermöglicht. Damit ist es nun möglich, Bypass-Eingriffe ohne große Operationsschnitte durchzuführen. Noch bis 3. Juni 2000 diskutieren Österreichs Kardiologen im Rahmen ihres Jahrestagung in Gmunden über die sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten. Das Kardiologentreffen findet unter reger Teilnahme ausländischer Kolleginnen und Kollegen statt. ****

Das Robotersystem "da Vinci" besteht aus einer Steuerkonsole, an welcher der Chirurg sitzt und über ein Telemanipulationssystem und ein dreidimensionales Videosichtsystem den Roboter fernsteuert, sowie aus dem Roboter selbst, der über zwei Arbeitsarme und einem Kameraarm verfügt. Am Kameraarm ist ein Stereo-Videoendoskop mit bis zu zehnfacher Vergrößerung befestigt. Alle drei Arme werden über 10 Millimeter große "Eingangslöcher" in den Brustbereich des Patienten eingeführt.

Die Bewegungen des Operateurs an der Steuerkonsole werden mit Hilfe einer variablen und einstellbaren Übersetzung in Mikrobewegungen der beiden am Operationsfeld befindlichen mikrochirurgischen Instrumente übertragen. Der Vorteil: Sollte der Operateur zittern, werden die "Störbewegungen" vom Robotersystem herausgefiltert. Damit können viele Operationen endoskopisch durchgeführt werden, bei denen die konventionelle Endoskopie mit ihren langen, starren Instrumenten an ihre Grenzen stößt.

Jedenfalls stellt die neue Konstellation im OP-Saal eine neue Herausforderung hinsichtlich der Kommunikation innerhalb des OP-Teams dar. Prof. Dr. Anton Moritz von der Klinik für Thorax-, Herz- und thorakale Gefäßchirurgie in Frankfurt/Main, an dessen Abteilung bereits 30 roboterunterstützte Eingriffe am Herzen durchgeführt wurden: "Der Chirurg steht nun nicht mehr am OP-Tisch, sondern hinter der Steuerkonsole. Das erfordert eine neue Art der Kommunikation zwischen dem Chirurgen, seinen Assistenten, dem Kardiotechniker sowie dem Anästhesisten." Extreme Disziplin sei hier erforderlich, damit es nicht zu gefährlichen Kommunikationspannen komme.

Den technischen Möglichkeiten im Operationssaal scheinen hier keine Grenzen gesetzt zu sein. Zwar bezeichnet Moritz den "da-Vinci-Roboter" als "erheblichen Fortschritt zu konventionellen endoskopischen Verfahren mit ihren langen und schlecht beweglichen Instrumenten". Zeitaufwendige Instrumentenwechsel, das Einbringen und Entfernen von Nähten und die Schwierigkeit der räumlichen Orientierung machten die endoskopische Technik in der Herzchirurgie jedoch noch nicht konkurrenzfähig zu den Standardmethoden.

Moritz: "Die chirurgischen und technischen Entwicklungen müssen die derzeit noch langen und komplexen endoskopischen Eingriffe vereinfachen und damit breiter anwendbar machen." Erst dann könne man von einem wirklichen Durchbruch der endoskopischen Herzchirurgie sprechen. Die Erkenntnisse aus den bisherigen Ergebnissen von "da Vinci" stimmten ihn aber sehr zuversichtlich, daß dieser Durchbruch schon bald realisiert werden könnte, sagte Moritz. (Schluß)

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