Schüssel: Gefragt sind jetzt die Kreativabteilungen

Diskussion über Zukunftsfragen - "Aufspüren wohlverstandener Chancen statt Verteidigung wohlerworbener Rechte"

Wien (PWK) Zum Auftakt der anschließenden Diskussionsrunde würdigte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel die großen Verdienste Maderthaners im Verlauf seiner nun zu Ende gehenden Präsidentschaft. Zu den herausragenden Ereignissen in dieser Zeit gehörten die Ostöffnung - wodurch Österreich "von einer Randlage wieder ins Herz Europas rückt" - sowie der Eintritt in die Europäische Gemeinschaft. Weitere wichtige Änderungen der Rahmenbedingungen, an denen die Wirtschaftskammer unter Präsident Maderthaner wesentlich mitgewirkt haben, betreffen die weitgehende Privatisierung der heimischen Wirtschaft sowie die in jüngster Zeit erfolgte Dynamisierung durch "e-commerce" und andere Innovationen.

Die neue Regierung, so Schüssel, sei jedenfalls bemüht, keine Fortsetzung des status quo zu liefern. Gefragt seien Tempo, Inhalt und Professionalität. Wichtigste Aufgabe sei es, das enorme Staatsdefizit wegzubringen: "Es kann auf die Dauer nicht gut gehen, wenn wir 300 Millionen Zinsen pro Tag zahlen müssen und damit der Jugend viele Chancen verbauen. Wir müssen uns mental von der Verteidigung wohlerworbener Rechte hin zum Aufspüren wohlverstandener Chancen bewegen", betonte der Bundeskanzler mit Nachdruck.

In der anschließenden, von Ingrid Thurnher moderierten Diskussion, an der neben Bundeskanzler Schüssel und Präsident Maderthaner auch Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und Lauda-Air-Vorstandsvorsitzender Niki Lauda teilnahmen, standen gleichfalls die aktuellen Zukunftsfragen des Landes im Vordergrund. "Ich warte, dass jetzt Taten gesetzt und die Ankündigungen realisiert werden", bemerkte Lauda. Bisher habe es im Wirtschaftsleben hauptsächlich Gegenwind gegeben. Gefordert sei mehr Flexibilität. Diese wünsche er sich ausdrücklich auch von den Gewerkschaften, die häufig "nicht mitdenken".

"Eine gut funktionierende Wirtschaft ist Voraussetzung für alles, was wir in Zukunft besser machen wollen. Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s dem ganzen Land gut", faßte Maderthaner in seinem Schlusswort zusammen. Deshalb sei es so wichtig, die Begriffe Leistung und Verantwortung wirklich positiv zu besetzen. Die Zukunft eines Landes hänge sehr stark davon ab, dass es gelingt, der Jugend die beste Ausbildung zu geben, ergänzte Ministerin Gehrer. Die Jugend müsse das Bewusstsein aus der Schule mit ins Leben nehmen, dass "ohne Wirtschaft kein Staat zu machen" sei.

"Ich wirke etwas ruhiger als ich tatsächlich bin", sagte der Bundeskanzler im Hinblick auf die "höchst brisanten Probleme", die jetzt auf Österreich zukämen. "Ich sehe mindestens 15 große Brecher, die in nächster Zeit über uns hereinstürzen werden. Vom Budget bis zu den Pensionen. Deshalb müssen wir alle unsere Kräfte auf die wirklichen Probleme konzentrieren: Wie bringe ich den turn around in zwei Jahren zustande." Die Regierung versuche, in all den angesprochenen Punkten so gut zu sein, dass andere "nur staunen können". Dies sei in den ersten 120 Tagen in Ansätzen gelungen. "Jetzt kommt die Zeit der guten wirtschaftlichen Chancen. Gefragt sind die Offensiv- und Kreativabteilungen einer modernen Sozialpartnerschaft, und nicht die bekannten Defensivabteilungen des Landes. Ich hoffe, wir können uns der guten Vorschläge kaum erwehren, die in nächster Zeit auf uns niederprasseln werden." (hp)

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