Ein Fall für Volksanwältin Krammer: Wildes Kalb attackiert Sennerin - Wer zahlt die Flugrettung?

Wien (OTS) - Der Einsatz eines Rettungshubschraubers kann teuer kommen. In Tirol sollte eine Sennerin, die von einem wild
gewordenen Kalb attackiert und verletzt worden war 21.480 S aus eigener Tasche zahlen. Die Verletzungen der Frau waren aus Sicht
der Krankenkasse nicht schwer genug. Die Unfallversicherung erklärte sich für unzuständig. Volksanwältin Krammer konnte letztlich die Gewährung einer besonderen Unterstützung durchsetzen.****

Es geschah am frühen Morgen des 7. Juli 1999 auf einer Alm im Bezirk Kitzbühel. Die Sennerin Anna S. war gerade mit Arbeiten im Freien beschäftigt. Plötzlich stand ein Kalb vor ihr. Im nächsten Moment rammte das Kalb seinen Kopf in den Brustkorb der Frau,
stieß sie zu Boden und attackierte sie solange bis sie benommen liegen blieb. Anna S. konnte sich dann noch zur Almhütte
schleppen, von wo aus der Altbauer über Handy die Rettung verständigte.

Fast gleichzeitig trafen ein Rettungsauto und ein Notarzthubschrauber bei der Hütte ein. Nach einer medizinischen Erstversorgung brachte der Hubschrauber Frau Anna S. ins nächstgelegene Spital. Dort wurden im Wesentlichen eine Platzwunde am Kopf, eine Gehirnerschütterung, Prellungen und ein Rippenbruch diagnostiziert.

Nicht genug damit - eine böse Überraschung sollte noch kommen. Frau S. war bei der Tiroler Gebietskrankenkasse (GKK) krankenversichert und bei der Sozialversicherungsanstalt der
Bauern (SVB) unfallversichert. Doch weder die GKK noch die SVB wollten die Kosten für den Flugtransport in Höhe von 21.480 S übernehmen. Die SVB erklärte sich für unzuständig, weil im vorliegenden Fall keine Unfallheilbehandlung, sondern eine Krankenbehandlung vorliege. Die GKK meinte aber, der Flugtransport sei nicht notwendig gewesen; da die Verletzungen nicht schwer
genug waren.

Volksanwältin Christa Krammer konnte schließlich die SVB dazu überreden, für die Flugtransportkosten doch noch aufzukommen. Dazu Krammer:" Aus meiner Sicht war für Frau Anna S. nicht von vornherein erkennbar, ob ein Hubschraubereinsatz nun auch tatsächlich medizinisch notwendig war oder nicht. Die Frau stand schließlich unter Schock. Im Ergebnis hat sich die Sozialversicherungsanstalt der Bauern dieser Meinung angeschlossen und eine besondere Unterstützung gewährt. Frau Anna S. ist mit keinen Kosten mehr belastet."

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