Motz: Verdreifachung billiger Saisoniers - massiver Anschlag gegen inländische Arbeitskräfte

Lohndumping und Untergrabung des sozialen Gefüges droht

St. Pölten, (SPI) - "An sich müsste man angesichts der Ankündigung verwundert den Kopf schütteln. Die Regierungskoalition will die Zahl der ausländischen Saisonarbeitskräfte deutlich erhöhen. Nach den derzeitigen Bestimmungen dürfen pro Jahr 5.500 Bewilligungen für Saisonniers in allen Bereichen erteilt werden. Ab heuer sollen in Tourismus und Landwirtschaft 15.000 ausländische Saisonniers bei uns arbeiten dürfen - eine Verdreifachung der bisherigen Zahl! Noch immer sind uns die populistischen und teils menschenverachtenden Slogans vor allem der FPÖ gegen ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Ohren - und nun das. Dahinter steckt eine neue Politik der blauschwarzen Wirtschaftslobby, die Lohndumping und Untergrabung des sozialen Gefüges wieder salonfähig machen wollen", kommentiert der Wirtschaftssprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Mag. Wolfgang Motz die angekündigte Verdreifachung der Saisoniers.****

Eine Verdreifachung der Saisoniers nützt sicher nicht inländischen Arbeitsuchenden. Sie sorgt aber sehr wohl für einen verstärkten Verdrängungskampf auf dem Arbeitsmarkt, die Löhne und Gehälter werden sinken, die Menschen werden für noch weniger Geld arbeiten müssen. Zudem kann die Wirtschaft dann aus einem noch größeren Reservoir von Arbeitslosen schöpfen - auch das behagt ihr, denn es senkt ebenfalls die zu bezahlenden Lohnsummen. "Besonders grotesk ist in diesem Zusammenhang die Argumentation von VP-Klubobmann Kohl, der in dieser Maßnahme eine "Bekämpfung der Schwarzarbeit" sieht. Als ob sich die Menschen wünschen, schwarz beschäftigt zu sein. Ganz im Gegenteil ist es die Wirtschaft, die Menschen dazu zwingt, ohne soziale und pensionsrechtliche Absicherung zu arbeiten. Dass erspart den Unternehmen Milliarden an Kosten für das soziale System, dass schließlich allen Menschen zu Gute kommen soll und steigert gleichzeitig die Gewinne für einige wenige. Einmal mehr haben sich FPÖ und ÖVP eindeutig deklariert - sie sind die Exekutoren eines arbeitnehmerfeindlichen freien Marktes nach dem Muster des Thatcherismus in Großbritannien", so der SP-Wirtschaftssprecher abschließend.
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