"profil": Gudenus: "Wir zahlen Schutzgeld"

FPÖ-Bundesrat John Gudenus kritisiert Entschädigungen für NS-Zwangsarbeiter scharf - fordert Entschädigungen für Sudetendeutsche

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag
erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil"
übt der freiheitliche Bundesrat John Gudenus scharfe Kritik
an den von der Regierung vereinbarten Entschädigungen
für NS-Zwangsarbeiter. Gudenus: "Die Entschädigungen
müssen deshalb sein, um die Handelsbeziehungen Ð
insbesondere mit den USA Ð nicht zu stören. Nichts anderes
steckt dahinter. Diese Entschädigungen sind nichts anderes
als Schutzgeld, das wir zahlen müssen. Wir sind in einer
Situation, wo man Großmächten gegenüber klein beigeben
muss. Aber die Österreicher heute haben mit den
Geschehnissen damals nichts zu tun."

In fragwürdiger Form kritisiert der FP-Bundesrat im "profil"-Interview auch die Rolle des US-Anwaltes Ed
Fagan. Gudenus: "Er ist ein guter Geschäftsmann, das ist
klar. Aber ich glaube, er trägt nicht dazu bei, Sympathien
für Seinesgleichen zu erwecken. Aber man darf auch nicht verallgemeinern. Es gibt in Deutschland auch den Anwalt
Witti, von dem ich annehme, dass er nicht jüdischer
Abstammung ist Ð und der agiert ähnlich als
Geschäftsmann."

Finanzielle Leistungen fordert der FP-Politiker auch für die Sudetendeutschen: "Es ist unerlässlich, dass die Benesch-
Dekrete aufgehoben werden. Es muss auch
Entschädigungszahlungen an die Betroffenen geben. Das
muss man etwa den Tschechen eindeutig nahelegen."

Ähnliche Forderungen erhebt der FP-
Nationalratsabgeordnete Martin Graf Ð er will einen Regierungsbeauftragten für die Betroffenen der Benesch-
Dekrete und der Avnoj-Bestimmungen. Graf zu "profil": "Es
müssen Verhandlungen stattfinden, die auch in diesen
Fällen die Entschädigungsfrage klären. Wie sich Slowenien
und Tschechien hier verhalten, wird für sie zur Nagelprobe
in punkto EU-Beitritt. Ich will einen
Regierungsbeauftragten, der diese Frage offensiv angeht."

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