"profil": Bundestheatern droht 2002 Defizit von 84 Mio.

Das Budget von Burgtheater, Volksoper und Staatsoper wurde am vergangenen Mittwoch neu verteilt

Wien (OTS) - "Die nächsten zwei Jahre werden wir noch
überleben," sagt Georg Springer, Geschäftsführer der Bundestheater Holding, in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil". "Danach geht
den Bühnen das Geld aus". Dem Burgtheater fehlen ab der übernächsten Saison jährlich 20 Millionen Schilling, der Staatsoper 44 Millionen, der Volksoper laut eigenen
Angaben ein "zweistelliger Millionenbetrag". Insider
sprechen auch hier von 20 Millionen Schilling jährlich.

"Wir werden gezwungen sein, Kredite aufzunehmen", so
Springer. Das Problem dabei: "Jedes Jahr kommen neue
Defizite hinzu." Nach wenigen Jahren würden die
Bundestheater vor einem Schuldenberg in beträchtlicher dreistelliger Millionenhöhe stehen. Die Regierung zeigt
angesichts der angespannten Situation im Bundesbudget
derzeit keine Bereitschaft zu einer Erhöhung der
Subventionen. "Bisher habe ich keine positiven Signale
erhalten", sagt Springer.

Am vergangenen Mittwoch wurde der
Verteilungsschlüssel des Budgets zu Gunsten der
Volksoper korrigiert. Vom Bühnenorchester der Staatsoper
gehen fünf Millionen Schilling ans Orchester der
Volksoper. 1,2 Millionen mehr erhält das Haus für seine Probebühne. Die Holding macht aus ihrem Budget einmalig
8,8 Millionen locker.

Der neue Verteilungsschlüssel lautet somit: Die Staatsoper
erhält 708 Millionen Schilling Subvention, das Burgtheater
602 Millionen, die Volksoper 461 Millionen, die Holding 68 Millionen. "Unsere Forderung ist klar", so Springer in
Richtung Bundeskanzleramt. "Der Bund muss ab 2001 für
die jährlichen Gehaltserhöhungen aufkommen."

Thomas Drozda, der kaufmännische Direktor des
Burgtheaters, stellt den Rücktritt der Direktion in den
Raum: "Bei der Kunst immer weniger zu machen und
damit alles totzusparen - dafür steht die Direktion sicher
nicht zur Verfügung."

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