"Kleine Zeitung" Kommentar: "Einer geht ab" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 27.5.2000

Graz (OTS) - Noch vor einem Jahr galt er als die wichtigste Führungsreserve der SPÖ; in der letzten Phase der Regierungsverhandlungen zwischen seiner Partei und der ÖVP versuchte er in einer "Parallelaktion" mit den Freiheitlichen ins Einvernehmen zu kommen;

nach dem Rücktritt von Viktor Klima griff er allzu keck nach den Sternen und pries sich selbst als neuen SPÖ-Vorsitzenden an (der gleichen verzeiht die Partei nicht und stellte ihn ins Glied zurück);

und erst vor zwei Wochen wurde er zum Sicherheitssprecher seiner Partei im Nationalrat bestellt. Nun aber verlässt Karl Schlögl die Bundespolitik in Richtung Niederösterreich, wo er gleich
ganz oben, als Landeshauptmannstellvertreter, ein
steigen kann.

Von seinen Parteifreunden im Parlament wird das wenig schön kommen tiert: Schlögl sei ja ein "netter Kerl", aber jetzt gehe er "endlich"" dorthin, wo er hingehöre, in die "Provinz".

Man kann es auch anders sehen und das wieder um ist wenig schmeichelhaft für Schlögls Wiener Freunde: Obwohl es Karl Schlögl in der Bundespolitik bekanntlich sehr gefallen hat, geht er ab, denn er rechnet nicht damit, dass ihm die Bundes-SPÖ in absehbarer Zeit eine Chance bieten kann.

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