Greenpeace: Kraftwerk La(h)mbach völlig sinnlos!

Kraftwerk Lambach konnte Atomstromimporte nicht verhindern und zerstörte Aulandschaft

Wien/Lambach (OTS) - Das Kraftwerk Lambach, das heute in Betrieb geht, hat sich energiepolitisch als völlig sinnlos herausgestellt. Lambach wurde angeblich gebaut, um von ausländischem Strom -besonders von Atomstrom - unabhängig zu sein. Das Großkraftwerk ist ein fragwürdiger Prestigebau, mit dem sich Landeshauptmann Pühringer ein persönliches Denkmal setzen wollte. Nun ist eine der letzten Aulandschaft der Traun unwiederbringlich zerstört und trotzdem importiert Österreich doppelt so viel Atomstrom wie das Kernkraftwerk Zwentendorf je produziert hätte. Greenpeace ist gegen den Verkauf der Energie AG an ausländische Atomstromkonzerne.

Der Bau des Kraftwerks Lambach zerstörte nicht nur eine der letzten "freien" Fließstrecken der Traun in Oberösterreich. Auch energiewirtschaftlich ist das Kraftwerk ein großer und teurer Fehler. Vor Baubeginn wurde argumentiert, dass ein erhöhter Strombedarf und die Unabhängigkeit von ausländischen Stromlieferungen das Kraftwerk nötig mache. "Beide Argumente sind falsch und die Befriedigung des Strombedarfs wäre auch anders zu lösen gewesen", sagte Greenpeace Energiesprecher Erwin Mayer. Durch den liberalisierten Strommarkt in der EU können die Stromabnehmer ihre Lieferanten nun frei wählen. "Der Strom aus Lambach ist aber wegen der schlechteren Effizienz des Kraftwerks im Vergleich viel zu teuer, als dass sich der Bau jemals rentieren wird", kritisierte Mayer.

Österreich deckt seinen Strombedarf zu 70 Prozent aus Wasserkraft. "Die restlichen 30 Prozent sollten besser durch ökologisch sinnvolle erneuerbare Energien aus Wind, Sonne, Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung abgedeckt werden", forderte Mayer und sprach sich gegen Großkraftwerke und den Import von Atomstrom aus. "Atomstromimporte aus den osteuropäischen Schrottreaktoren müssen endlich verboten werden und Atomstrom aus den EU-Staaten soll kennzeichnungspflichtig sein, damit der Stromkunde frei zwischen Atom- und Ökostrom wählen kann", will Mayer.

Greenpeace spricht sich dagegen aus, dass die oberösterreichische Energie AG an Atomstromkonzerne - wie möglicherweise die Bayernwerke - verkauft wird. "Mit dem Geld österreichischer Stromkunden sollten nicht ausländische Atomreaktoren wie etwa Temelin finanziert sondern die heimischen Anbieter ökologisch nachhaltiger Alternativenergien gefördert werden", schloss Mayer.

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