Genereller Selbstbehalt für Psychotherapie verhindert Zugang für alle Hilfesuchenden. Neue Hürde für die Psychotherapie

Wien (OTS) - Die kürzlich gescheiterten Verhandlungsbemühungen um einen Kassenvertrag für Psychotherapie, entsprechend der gesetzlichen Vorlage Psychotherapie auf Krankenschein umzusetzen, haben erneut deutlich gemacht, daß neue Wege in der Gesundheitspolitik beschritten werden müssen, um eine flächendeckende Versorgung sicherstellen zu können.

Die beabsichtigte Novellierung des ASVG sieht die undifferenzierte und pauschale Einführung eines 20%-igen Selbstbehalts im Falle eines Kassenvertrages für Psychotherapie vor. Das würde zu einer sehr beträchtlichen finanziellen Jahresbelastung der PatientInnen führen und die finanziell leistungsschwächeren Versicherten mit Sicherheit von der notwendigen Behandlung ausschließen.

Psychotherapie ist kein einseitiges Be-handeln, sondern setzt in besonders hohem Maß die Bereitschaft der PatientInnen voraus, sich aktiv auf den therapeutischen Prozeß einzulassen. Dies kann durchaus auch in der Zahlung eines zusätzlichen Kostenbeitrages mit zum Ausdruck kommen. Ein solcher Ansatz erfordert aber die Ermöglichung eines flexiblen und differenzierten Systems, das auf soziale Ausgewogenheit achtet.

Es käme einem Schildbürgerstreich gleich mit der Selbstbehaltsregelung einen Steuerungsmechanismus zu verankern noch bevor überhaupt klar ist, in welchem Versorgungsmodell dieser wirksam werden soll. Von "neuen Wegen" in der Gesundheitspolitik kann hier wohl nicht die Rede sein. Der Österreichische PschotherapeutInnenverband bemüht sich seit Jahren um die psychotherapeutische Versorgung in Österreich. Diese Regelung würde einen krassen Rückschritt bedeuten.

Deshalb spricht sich der Verband vehement gegen die beabsichtige Gesetzesbestimmung aus und ruft alle Verantwortlichen auf, sich in gemeinsamen Gesprächsrunden um eine sachgerechtere Lösung zu bemühen. Selbstverständlich ist der ÖBVP bereit, sich aktiv an der Erarbeitung einer solchen Lösung zu beteiligen.

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