Wirtschaftskammerpräsident Komm.-Rat Rainhardt Buemberger: Priorität der Wirtschaftskammer gilt der Interessenvertretung

Aktuelle Funktionärsbefragung ergibt: Kampf gegen Bürokratie als vorrangigstes Ziel

Salzburg (OTS) - Als "Präsident für alle Mitglieder", als "erstes Kammermitglied unter gleichen" - so versteht sich der neue Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg, Komm.-Rat Rainhardt Buemberger. "Eines meiner wichtigsten Ziele ist, dass noch mehr Unternehmer mit Stolz sagen: das ist meine Kammer, das ist mein Präsident - ich will dem Wir-Gefühl unter den Unternehmern wieder zum Durchbruch verhelfen. Ich möchte in Zukunft viel öfter hören: "Wir Unternehmer!" und "Unsere Wirtschaftskammer". Dies erklärte Präsident Buemberger am Freitag, 26. 5., in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Kammerdirektor Dr. Wolfgang Gmachl vor Salzburger Medienvertretern.

"Dieses Ziel erreichen wir nicht nur durch permanenten Kontakt zu den Mitgliedern, sondern vor allem durch eine kantige, nachdrückliche Interessenvertretung und durch First-Class-Dienstleistungen für unsere Mitglieder", betonte Buemberger. Eine schlanke, sparsame und effiziente Wirtschaftskammer soll im Interesse der Salzburger Wirtschaft verstärkt die wichtige Rolle des wirtschaftspolitischen Impulsgebers spielen, für ein neues Innovationsklima in Stadt und Land Salzburg sorgen und Freiraum für die Unternehmer schaffen: "Wir Unternehmer müssen die Köpfe freibekommen von Bürokratie und Behinderungen, um unternehmen zu können, Geld zu verdienen und damit Beschäftigung geben zu können!", fasste Buemberger sein Credo zusammen.

Kampf gegen überflüssige Bürokratie bleibt Hauptziel

Der neue Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg sieht sich dabei in einer Linie mit dem Willen der gewählten Funktionäre der Wirtschaftskammer. Anlässlich der konstituierenden Ausschuss-Sitzungen in den Fachgruppen, Gremien und Innungen wurde den rund 1000 Funktionären ein Fragebogen über die zukünftigen Schwerpunkte der Interessenvertretungsarbeit vorgelegt.

Wichtigstes Anliegen (und gleichzeitig eigene Zielsetzung der Funktionäre) ist die Verstärkung der konsequenten Interessenvertretung durch die Wirtschaftskammer. Folglich wird auch die Abwehr von wirtschaftsfeindlichen Gesetzen bzw. die Begutachtungstätigkeit als vorrangig betrachtet. Die Interessenvertretung wird in der Prioritätenreihung höher bewertet als das Service-Angebot.

Und kaum verwunderlich: als eines der wichtigsten Ziele, deren sich die WK Salzburg annehmen soll, gilt der Kampf gegen überflüssige, teure und wirtschaftsfeindliche Bürokratie auf allen Ebenen. Präsident Buemberger: "Das ist ein eindeutiger Auftrag für die gesamte Wirtschaftskammer-Organisation. Schaffen wir Freiraum für unsere Betriebe!".

Folgende Vorhaben hat sich WK-Präsident Buemberger gestellt: - Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz gehört auf ein erträgliches Maß zurechtgestutzt. - Das Arbeitsinspektionsgesetz soll unter dem Motto "Beraten statt Strafen" novelliert werden. - Die weitere Entlastung des Faktors Arbeit ist unerlässlich, eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten mittelfristig unverzichtbar. - Als besondere Behinderung in der unternehmerischen Tätigkeit betrachten die Funktionäre bzw. die Unternehmer die komplizierte Lohnverrechnung bzw. das komplizierte Steuersystem. Die Wirtschaftskammer wird deshalb einen neuen Vorstoß in Sachen Vereinfachung der Lohnverrechnung unternehmen. - Schluss mit bürokratischen Hindernisläufen bei Betriebsanlagenverfahren, Genehmigungen und Gewerbeanmeldung: Eine Gewerbeanmeldung soll, wenn alle Voraussetzungen passen, in einem Zug bei der Wirtschaftskammer durchgeführt werden können, zusammen mit einer fundierten Gründer-oder Betriebsübernahmeberatung. - Die Wirtschaftskammer Salzburg fordert, dass noch viel stärker als bisher das Internet bei der Abwicklung der Verfahren in Anspruch genommen werden kann - ein weiterer Beitrag zum Abbau komplizierter und aufwendiger bürokratischer Verfahren. Es muss zu "Electronic Business" zwischen Amt und Unternehmer kommen, um den bürokratischen Aufwand zu senken. Auch die Wirtschaftskammer selbst wird deshalb im Rahmen ihrer neuen Plattform wko.at weitere große Anstrengungen unternehmen, um den "digitalen Kontakt und Service" mit den Mitgliedern auszubauen, kündigte Buemberger an.

"Der Kampf gegen unnötige Bürokratie ist mühsam. Erfolgen stehen immer wieder Rückschläge gegenüber wie etwa die Belastungen, die sich durch die Getränkesteuerersatzlösung ergeben. Dennoch muss dieser Kampf ständig geführt werden", ist Buemberger überzeugt.

Die Getränkesteuerersatzlösung sei ein Schulbeispiel für bürokratische Auswüchse, die den Unternehmen zugemutet werden. Drei Steuersätze (Nächtigung 10%, Speisen 14%, Kaffee 20%) stellen die Tourismusbetriebe und ihre EDV-Organisation vor größte administrative Herausforderungen. Die Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft kämpft derzeit intensiv für einen praktikablen Erlass für die Beherbergungswirtschaft, um die Berechnung der Mehrwertsteuer bei Nächtigungen mit Frühstück, Halbpension, Vollpension und "All-inclusive-Leistungen" zu vereinfachen. Ein derartiger Erlass muss bis zum 1. Juni, dem Inkrafttreten der Getränkesteuerersatzlösung, fertig sein.

Die Getränkesteuerersatzregelung ist laut Buemberger umso problematischer, weil sie die Finanzbehörden selbst (laut einer Schätzung des Finanzministeriums) rd. 300 Mill. S an zusätzlichem Verwaltungsaufwand kostet.

Abschaffung der Abfertigung

Die Zeit für die Bremser und Konservierer sei vorüber, betonte Buemberger: Er will auch die "heiligen Kühe" nicht unangetastet lassen:

- So gehört die Abfertigung abgeschafft und damit der Übergang zur zweiten Säule der Pensionsfinanzierung, etwa durch Pensionskassen, eingeleitet.

- Buemberger fordert eine Pflichtversicherung der Arbeitnehmer für Freizeitunfälle. Bis jetzt finanzieren alleine die Unternehmer die Behandlung von Freizeitunfällen.

- Vom Sozialpartner erwartet sich Buemberger mehr Bereitschaft, flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen. Ebenso sollte als wichtigstes Instrument im Kampf gegen Altersarbeitslosigkeit die Arbeit älterer Menschen verbilligt werden. Neue Lebenseinkommenskurven sind zu etablieren.

- Präsident Buemberger will aber nicht nur eine soziale Absicherung für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber. Er fordert höhere Gewerbepensionen für jeden Unternehmer. "Es kann nicht sein, dass jene, die ihr Leben lang das größte Risiko, die meisten Sorgen und Existenzängste tragen, also die Unternehmer, am Ende ihres Arbeitslebens mit Kleinstpensionen an den Rand gestellt werden."

Die WK als Träger von Bildungseinrichtungen - Funktionäre wollen Ausbau

Für die weitere Arbeit der Wirtschaftskammer ist die Bewertung des bildungspolitischen Engagements der WK Salzburg von besonderer Bedeutung. WIFI, Lehrlingsstelle, Bildungs- und Berufsinformation, Salzburger Tourismusschulen und seit 1999 die FH-Studiengänge am Techno-Z haben aus der WK Salzburg eine der größten Salzburger Trägerinstitutionen im Bildungssektor gemacht. In der Funktionärsbefragung 2000 wurde danach gefragt, welche der Infrastruktureinrichtungen ausgebaut werden sollten:

Allen voran liegen hier die FH-Studiengänge mit einer Nennung von knapp über 50% an vorderster Stelle. "Unsere Funktionäre stehen damit ganz eindeutig hinter dem Engagement der WK Salzburg auf diesem Sektor - ein weiterer Auftrag, die FH-Ausbildung bedarfsgerecht und wirtschaftsnahe voranzutreiben", zieht Buemberger daraus die Konsequenz.

Dieser Wunsch wird besonders von den Funktionären der Industrie formuliert, die mehr denn je Fachkräfte im IT-Bereich benötigen. Ebenso sollte auch das Angebot des WIFI (44%), die Salzburger Tourismusschulen (34,5%) und das SAZ, an dem die WK mit einem Drittel beteiligt ist, ausgebaut werden.

Wirtschaftskammer als Impulsgeber und Innovationsmotor

Der neue WK-Präsident sieht für die Wirtschaftskammer Salzburg eine besondere Rolle: Sie kann und soll noch mehr als bisher mit ihren Einrichtungen zum Impulsgeber werden, indem sie den Klein- und Mittelbetrieben bei der Bewältigung der Globalisierung hilft, Innovationen in Gang setzt, zum Motor der Bewegung wird.

Freie Strommärkte ab 2001

Dies ist bereits gelungen, etwa bei der Stromliberalisierung, auf die die Betriebe ohne den massiven Einsatz der Wirtschaftskammer womöglich noch heute warten würden. Jetzt geht es um die Beschleunigung der Liberalisierung: schon mit 1. Jänner 2001 sollte der freie Einkauf von Strom für Betriebe aller Größenklassen möglich sein. Die Wirtschaftskammer Salzburg wird dabei Initiativen setzen, damit vor allem Klein- und Mittelbetriebe die bevorstehende Preisreduktion bestmöglich lukrieren können.

Risikokapital für Wachstumsfirmen

Schon jetzt ist die WK Salzburg mit über 1200 Gründungsberatungen (1999) und weit über 1800 NEUFÖG-Beratungen (Beratungen nach dem Neugründungsförderungsgesetz seit September 1999 bis heute) erste und wichtigste Anlaufstelle für Betriebsgründer. In diesem Zusammenhang tritt Präsident Buemberger für eine Forcierung des Angebots an Risikokapital für wachstumsorientierte Salzburger Firmen ein. Einer der Schwerpunkte der kommenden Arbeit der WK Salzburg wird deshalb dem Thema "Risikokapital für Salzburger Betriebe" gewidmet sein.

Electronic Business: Thema des Jahrzehnts

Rund die Hälfte der Salzburger Unternehmen dürfte bereits einen Zugang zum Internet haben und dieses aktiv nutzen. "Das Ziel der Wirtschaftskammer Salzburg lautet: Alle Salzburger Betriebe sollen sich in möglichst kurzer Zeit auf dem Daten-Highway befinden, mit eigenen Homepages vertreten sein und sich weiter in Richtung Electronic Business bewegen. Die Wirtschaftskammer Salzburg wird daher ihre heuer mit überaus großem Erfolg (über 1000 Besucher bei WIFI-Vorträgen, Kursen und Seminaren zum Thema Internet in drei Monaten) gestarteten Internet-Impuls-Programme fortführen und verstärken.

Salzburg/WK-Direktor Wolfgang Gmachl

Funktionärsbefragung 2000: Gesamtimage verbessert - "Top-Ten" der wichtigsten Aufgaben

WK-Direktor Dr. Gmachl: "Handlungsanleitung für die zukünftige Arbeit!"

Die Wirtschaftskammer Salzburg befragt regelmäßig ihre Mitglieder und Funktionäre nach ihrer Meinung zu möglichen interessenpolitischen Schwerpunkten, Projekten und Service-Programmen. "Auch die aus Anlass der Wirtschaftskammerwahl 2000 im April durchgeführte Funktionärsbefragung von rd. 500 Funktionären der WK Salzburg brachte wichtige Aufschlüsse für die zukünftige Arbeit", erläuterte Wirtschaftskammerdirektor Dr. Wolfgang Gmachl die Ergebnisse: "Sie sind für uns Handlungsanleitung für die Festlegung unserer zukünftigen Schwerpunkte."

Wirtschaftskammer: Freundlich und kompetent, aber mehr Mitspracherecht der Mitglieder erwünscht

Erneut wurde nach einem zwecks Vergleichbarkeit relativ konstanten Image-Profil gefragt, das sich durch alle Umfragen der vergangenen Jahre (1988, 1993, 1999, 2000) zieht, um so Verbesserungen oder Verschlechterungen im Image feststellen zu können. Gefragt wurde auch diesmal wieder bei einer Notenskala von 1 bis 5 nach Eigenschaften wie "fortschrittlich", "sehr leistungsfähig", "freundlich", "kompetent", "flexibel", "arbeitet schnell", "gute Konzepte", "sparsam", "sympathisch", "hört viel von WK", "verlässlich", "viel Mitspracherecht für Mitglieder". In Summe darf die WK Salzburg zufrieden sein: Seit den ersten Umfragen im Jahr 1988 konnte sich die Gesamtnote von 2,81 (1988, WK insgesamt) auf insgesamt 2,58 verbessern.

Dennoch hat sich in den Umfragen an den grundlegenden, wenngleich verbesserten Image-Konstanten kaum etwas geändert: Die Wirtschaftskammer wird nach wie vor als freundlich (1,85), verlässlich (2,03) und kompetent (2,17) eingeschätzt. Auch die Kategorien "sympathisch", "glaubwürdig", "Ansprechpartner erreichbar", "hat gute Funktionäre" "hört viel von der WK" befinden sich im positiven Beurteilungsbereich. Latent kritisch - mit Durchschnittsbewertungen um die Note 3 - werden jedoch das Mitspracherecht für Mitglieder (3,15), die Durchsetzungsfähigkeit (3,08) und die Flexibilität (2,96) bewertet.

Besser als mit der Durchschnittsnote schneiden noch Kategorien wie Sparsamkeit, "nimmt sich Problemen der Einzelnen an", Leistungsfähigkeit, Fortschrittlichkeit und Zügigkeit der Arbeit ab (Noten zwischen 2,6 und 2,9).

"Gründerkompetenz" der WK Salzburg bestätigt

Zu den bekanntesten Leistungen der Wirtschaftskammer Salzburg gehören nach Einschätzung der Funktionäre die Aus- und Weiterbildung durch das WIFI und die Information durch die "Salzburger Wirtschaft" sowie die Kollektivvertragsverhandlungen und die gewerberechtliche Beratung.

Auf den Rang fünf der bekanntesten WK-Leistungen ist das "Gründer-Service" vorgestoßen, gefolgt von der Berufsinformation und Bildungsberatung. "Eine sehr erfreuliche Tendenz, denn in früheren Jahren ist der Wirtschaftskammer oft die Kompetenz für die Gründerberatung abgesprochen worden - das hat sich nun durch unsere intensiven Aktivitäten in diesem Bereich völlig gewandelt: die WK ist mittlerweile Salzburgs größtes und wichtigstes Kompetenzzentrum für Gründer und Übernehmer!", erläutert WK-Direktor Gmachl das Ergebnis.

Dem entspricht die Tatsache, dass die Funktionäre das Gründer-Service mittlerweile auch unter die "Top-Ten" der "sehr wichtigen" WK-Leistungen (Platz 6) reihen. Die Liste dieser aus Sicht der Funktionäre besonders wichtigen und zu betonenden Leistungen führt jedoch mit 70,9% die Begutachtung von Gesetzes- und Verordnungsentwürfen, sprich die Abwehr von wirtschaftsfeindlichen Gesetzes- und Verordnungsentwürfen an.

An zweiter Stelle kommt die Aus- und Weiterbildung durch das WIFI, gefolgt von den Kollektivvertragsverhandlungen, die Berufsinformation samt Lehrlingsangelegenheiten, die gewerberechtliche Beratung, das Gründer-Service, die Vertretung vor den Arbeits- und Sozialgerichten, die sozial- und arbeitsrechtliche Beratung, die Förderberatung und die Pfuscherbekämpfung.

Mehr Großveranstaltungen nach Salzburg

Die Wirtschaftskammer Salzburg engagiert sich immer wieder in der Standortpolitik, um einen Beitrag zur Qualitätssicherung des Wirtschaftsstandortes Salzburg zu leisten. Mit ihrer Beteiligung am SAZ und ihren wichtigen Bildungseinrichtungen ist die WK Salzburg selbst zu einem unverzichtbaren positiven Standortfaktor für Salzburg geworden.

Danach befragt, für welche Standortprojekte sich die WK Salzburg in Zukunft besonders einsetzen sollte, wurde mit 313 Nennungen am häufigsten die Ausrichtung von internationalen Großveranstaltungen (Messen, Kongresse) genannt. Ebenso wichtig ist den Funktionären die Forcierung der Verkehrsinfrastruktur (285 Nennungen), der Ausbau der Infrastruktur im Tourismus (Erlebniswelten etc.) mit 230 Nennungen und die Unterstützungen von kulturellen Großereignissen (152) bzw. großen Events/Freizeit-veranstaltungen (128), die auch wirtschaftlich positive Auswirkungen haben.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Salzburg
Presseabteilung
Tel.: 0662/8888 DW 345
e-mail: bbauer@sbg.wk.or.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HKS/OTS