Gewerbeverein: Beendet die Subventionitis!

Wien (OTS) - Die größte Angst des schwindenden Donnerstag-Maschierer-Grüppchens und der Freitag-Skater scheint zu sein, dass ihnen "wohlerworbene" finanzielle Zuwendungen oder Subventionen abhanden kommen.

Grundsätzlich sind Subventionen strukturkonservierend und damit wettbewerbsverzerrend. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) hat sich daher mit diesem Phänomen stets intensiv auseinandergesetzt. Abgesehen von der wirtschaftlich kontraproduktiven Wirkung sind Subventionen selbstverständlich oft auch demütigend, da sie das Verhältnis "Staat zu Untertan" am deutlichsten dokumentieren. Der ÖGV selbst - als überparteiliche Wirtschaftsinteressensvertretung hat daher in den 161 Jahren seines Bestandes nie Subventionen erhalten.

Daraus folgt für den ÖGV, dass generell Förderschwerpunkte künftig primär dazu dienen müssen, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich zu verbessern und nur befristet für Start- oder Übergangsfristen zu geben sind. Besonders unappetitlich ist die Subventionitis im Kulturbereich eingerissen: Hier stellt sich deswegen die Notwendigkeit, endlich pseudowirtschaftliche Umwegsrentabilitäten kritisch zu hinterfragen: 7095.- mussten etwa 1995 bei der Festwocheneigenproduktion "Der Vater" im Theater an der Wien je zahlendem Besucher subventioniert werden. Die generelle Eigendeckung der Festwochen lag damals bei 22 Prozent. Soviel an Umwegsrentabilität können derartige Veranstaltungen nicht bringen.

Erfreulich ist hingegen, dass Friedensreich Hundertwassers KunstHausWien ohne jegliche Unterstützung von Staat oder Gemeinde privatwirtschaftlich geführt wird. Und das mit immerhin 1,8 Millionen Besuchern in den ersten neun Jahren seines Bestandes. Dass dort Kunst vom feinsten geboten wird, weiß jeder Besucher. Von Picasso über Leibowitz bis nun zu Deix wird alles geboten, wofür andere Ausstellungslocations saftige öffentliche Unterstützungen einfordern. Auch das Sommertheater in Reichenau/Rax kommt ohne Subventionen aus -selbstverständlich muss dabei berücksichtigt werden, dass die Darsteller überwiegend eine mehr als ausreichende Grundversorgung als Burgschauspieler genießen.

Nichtsdestoweniger - wer die Kunst immer füttert, wird deren Kreativität im Geldauftreiben auf Null senken - damit werden wirtschaftliche Grundgesetze ignoriert. Man möge einmal ein Jahr die Subventionen sperren - was wird passieren? Findige Museumsdirektoren werden sich die Füße wund laufen, um Kunstsponsoring zu aktivieren. Und sie werden - so die Qualität ihres Museums außer Frage steht auch erfolgreich sein - man muss nur endlich beginnen. Auch das KunstHausWien, auch Reichenau, auch der ÖGV lebt noch immer -unabhängig.

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