Brauner zum Integrationspaket: "Es sollen endlich Taten folgen"

Ein klares Nein zum Saisonier-Modell der Bundesregierung

Wien, (OTS) Die gestern vom Ministerrat als umfassendes Integrationspaket vorgestellte Auflistung von beabsichtigen Einzelmaßnahmen qualifizierte die Wiener Integrationsstadträtin Mag. Renate Brauner als wiederholte Ankündigungspolitik der Regierung. "Es sollen endlich den Worten der letzten Monate zur Integration und Toleranz auch konkrete Taten folgen". Dabei habe
sie als zuständige Wiener Stadträtin bereits mehrmals Unterstützung für begrüßenswerte Initiativen signalisiert. Bisher sei nicht Konkretes passiert.

Dazu gehöre die grundsätzliche Absicht Arbeit und Aufenthalt zu harmonisieren. "Denn Zuwanderer verdienen Integrationschancen. Wer sich legal in Österreich aufhält, sollte rasch und unbürokratisch zu einer Arbeitserlaubnis kommen" wiederholte Brauner ihr Credo. Dies hat auch der Innenminister angekündigt. Brauer weiter: "Die Umsetzung hakt, da allem Anschein nach der Koalitionspartner bremst." Jedem Vorschlag des Innenministers
folgt ein Njet der FPÖ.

Wien ist mit seiner Sprachoffensive längst Vorreiter beim "Miteinander"

"Ähnlich widersprüchlich und unkorret sind die an sich wichtigen und richtigen Maßnahmen zum Spracherwerb und Bildung für Zuwanderer. In den Schulen gibt es bereits eine Vielzahl von Initiativen", betonte Brauner. Jeder Ausbau und jede Ausweitung im vorschulischen Bereich sei begrüßenswert. Dabei verwies sie auf die gemeinsam vom Wiener Integrationsfonds und Wiener
Stadtschulrat organisierten Vorlaufgruppen.

Gerade beim Spracherwerb für Erwachsene hat die Stadt Wien durch eine breit angelegte Offensive für den Spracherwerb und Bildung reichlich Erfahrung gesammelt, so der Hinweis Brauners auf die mit zehn Millionen Schilling dotierte Sprachoffensive des WIF. Tausende MigrantInnen aus allen sozialen Schichten und mit unterschiedlichsten Ansprüchen hätten so Deutsch erlernt. Hier seien keine zusätzlichen Ankündigungen nötig sondern rasche Aktionen.

Brauner bietet der Regierung das vorhandene Know-How an, um
im eigenen Bereich beziehungsweise in den anderen Bundesländern Maßnahmen zu setzen. "Wenn jemand wirklich ernst machen will, darf damit nicht politisches Kleingeld verdient werden. Es müssen qualitativ hochwertige und pädagogisch richtige Angebote mit entsprechender Sensibilität errichten werden."

Brauner: Kein Ausbau des Saisonier-Modells

Abschließend schloss sich Brauner der Kritik des Präsidenten der Arbeiterkammer Tumpel an dem geplanten Saisonier-Modell der Regierung an: Man will mehr als 10.000 Saisonarbeiter, die sozial ungeschützt und auf Abruf gehalten werden, ins Land holen, und
dies obwohl die vorhandene Quote von 5.500 Plätzen noch nicht einmal ausgeschöpft ist. Das ist eine sozialpolitische "Hire and Fire Mentalität" und widerspricht absolut dem Prinzip Integration vor Neuzuzug, so die Stadträtin. Billige SaisonarbeiterInnen würden zu Lohndumping und Ausbeutung vor allem im Segment der minder qualifizierten Arbeitskräfte führen." Dass dies lediglich Illegalität beim Aufenthalt und am Arbeitsmarkt fördere, verstehe sich von selbst. (Schluss) wb

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